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30 Jahre dowas in Bregenz

dowas – der Ort für Wohnungs- und Arbeitssuchende in Bregenz beging im September diesen Jahres sein 30-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung und anschließender Fachtagung mit dem Titel "Soziale Arbeit braucht soziale Politik". Der Verein geht auf eine Initiative von MitarbeiterInnen eines Bregenzer Jugendzentrums im Jahr 1981 zurück, die mit einer Gruppe wohnungsloser Jugendlicher konfrontiert waren. Gegen anfangs erhebliche Widerstände gelang es mit Hilfe von Bregenzer BürgerInnen und anderen Sozialinstitutionen (u.a. dem dowas Innsbruck) Unterkunft und Unterstützung für diese Jugendlichen zu organisieren. Im Jahr 1982 ging aus dieser Initiative der Verein dowas hervor, der sein Aufgabenfeld über diese Jugendlichen hinaus allgemein in der Hilfe für wohnungs- und arbeitssuchende Menschen sah.
Im Laufe der Zeit entwickelte der Verein eine Angebotspalette, die heute eine Vielzahl von Unterstützungsleistungen bei der Existenzsicherung umfasst: Einen Arbeitsbereich niederschwellige Grundversorgung mit einem  Kommunikationszentrum („Treffpunkt“) und einer Notschlafstelle, eine Beratungsstelle, einen Arbeitsbereich Betreute Wohnformen mit einer kleinen stationären Wohngemeinschaft und ambulant betreuten Wohnungen sowie Arbeitsprojekte.
Mit vielen seiner Angebote war dowas für Vorarlberg richtungsweisend. Von Anfang an stand für den Verein die Schaffung von Wohnraum für wohnungssuchende Menschen im Vordergrund. Damit setzte er sich deutlich ab von der bis in die jüngste Vergangenheit in Vorarlberg vorherrschenden Strategie der stationären Verwahrung. Die Qualität und der Erfolg der ambulanten Wohnbetreuungen von dowas wurde erst kürzlich in einer Studie der FH Vorarlberg bestätigt. Außerdem stellte dowas das erste Arbeitsprojekt für arbeitssuchende Menschen im Land auf die Beine, das heute in der gemeinnützigen GmbH INTEGRA – Arbeitsinitiative Regio Bodensee aufgegangen ist, an der dowas zu einem Drittel beteiligt ist.
Mittlerweile ist das Selbstverständnis des Vereins nicht mehr nur auf Wohnungslosenhilfe im traditionellen Sinne begrenzt. In seinem Leitbild begreift sich dowas als Sozialeinrichtung, die auf die umfassende soziale Teilhabe von Menschen zielt, die vom sozialen Ausschluss bedroht oder betroffen sind. Bewahrt hat sich der Verein die aus den Anfängen herrührende Tradition, sozialpolitisch Position zu beziehen und sich auch öffentlich für mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen (mehr unter www.dowas.at).

Michael Diettrich, dowas Bregenz