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Der neue Mobilpass ist da

Rund 100.000 WienerInnen haben seit April Anspruch auf den neuen Mobilpass. Mit ersten April 2008 wurde in Wien der Mobilpass eingeführt, der den bisherigen Sozialpass ablöst. Neu ist, dass künftig neben PensionsbezieherInnen mit Ausgleichszulage auch SozialhilfebezieherInnen einen Mobilpass erhalten.  

Ziel des Mobilpasses ist es, die Mobilität und soziale Teilhabe von Menschen mit geringem Einkommen zu fördern. Mit dem Mobilpass können ermäßigte Monatsnetzkarten der Wiener Linien zum Preis von derzeit EUR 15,20 anstatt des Vollpreises von EUR 49,50 erworben werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Einzelfahrscheine zum Halbpreis zu kaufen. Darüber hinaus können die BezieherInnen auch bei den städtischen Bädern und den Wiener Büchereien Ermäßigungen erhalten.  

Leider wurde dem langjährigen Wunsch der BAWO nach Freifahrt für Wohnungslose mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht entsprochen. Aber mit dem Mobilpass ist doch ein großes Stück des Wegs in die gewünschte Richtung beschritten.  
Weitere Kritikpunkte betreffen den Ausschluss der "Working Poor", AMS-LeistungsbezieherInnen, Selbstständigen mit geringem Einkommen und Studierenden  - so lange sie keine Sozialhilfe beziehen.  
Die Einkommensgrenze für den Mobilpass liegt weit unter der Armutsgefährdungsschwelle von EUR 900.-.
 
Der Mobilpass ist somit der direkte Nachfolger des Sozialpasses, der in den 70er-Jahren eingeführt wurde. Er trägt nun einen weniger stigmatisierenden Namen – leider wurde jedoch das Angebot  – z.B. in Richtung Ermäßigung bei Aus- oder Weiterbildung- nicht ausgeweitet.

(Renate Kitzman)