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Droht sambas nun doch das Aus?

Die Beratungsstelle sambas bietet Unterstützung bei Wohnungslosigkeit und Arbeitssuche in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice Wien und dem Sozialamt der Stadt Wien an.

Im sechzehnten Jahr ihrer Tätigkeit war sambas noch Anfang Jänner 2008 seitens des AMS Wien ein Vertrag in Aussicht gestellt worden. Der  3-Jahres-Rahmenvertrag war bis inklusive 2009 abgeschlossen. Ende Jänner erhielt sambas dann völlig überraschend die Kündigung per 30.09.2008.

Im Mai 2008 erhielt die Einrichtung eine Zusage zur Weiterförderung bis 2010, im Juni folgte neuerlich die Kündigung per 31.12.2008.

Was den Leiter von sambas, Wolfgang Ryska überraschte, ist: sämtliche Gespräche fanden ohne die Volkshilfe Wien statt. sambas weiß nicht, wer mit wem worüber verhandelt hat. Ebenfalls ist unklar, ob der zweite Fördergeber von sambas, die MA 40 in die Gespräche eingebunden war.

sambas wurde an der Schnittstelle des AMS Wien und der Stadt Wien gegründet. Der Fond Soziales Wien als zentraler Geldgeber der Wohnungslosenhilfe in Wien deckt jedoch weder die Sozialhilfe noch die arbeitsmarktpolitischen Agenden der Stadt ab.

Mit den vom AMS erwähnten „Kundenzentren“ des FSW können - so mutmaßt Wolfgang Ryska - wohl nur "P7" (Akut-Wohnplatzvermittlung obdachloser Einzelpersonen) und "bzwo" - Beratungszentrum Wohnungslosenhilfe (Überprüfung der Förderbarkeit von Personen seitens des FSW) gemeint sein, jedoch nicht andere Tätigkeiten, wie zum Beispiel jene, die sambas verrichtet.

Aus dem Angebot fallen wohnungslose Personen, die mangels eines stabilen Wohnplatzes mit Postadresse vermittelnd aufgesucht (aufsuchend vermittelt) werden sollten. Ein spezielles Kursangebot des AMS für arbeit- und wohnungsuchende Personen ist offenbar nicht vorhanden.

Wer keine Wohnung hat, hat einen erschwerten Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen oder oftmals gar keine Chance auf eine geeignete Vermittlung. Viele arbeitslose Wohnungslose stehen
außerhalb sämtlicher Hilfesysteme, zum Teil sind sie aufgrund von Stigmatisierung und verlorenem Status davon ausgeschlossen, zum Teil 
sind die bestehenden Angebote nicht passend.

Im Falle einer ersatzlosen Streichung des Beratungs- und Unterstützungsangebot von sambas bleiben etwa 1.000 KlientInnen pro Jahr ohne adäquate Hilfestellung auf der Strecke.

Eine geeignete Infrastruktur zur Arbeits- und Wohnungssuche für diese Menschen würde dann fehlen.

Es kann angezweifelt werden, dass die regionalen Geschäftsstellen des AMS und die Sozialzentren über genügend Zeit und vor allem spezielle Kenntnis im Umgang mit dieser Zielgruppe verfügungen, um die Arbeits- und Wohnungsproblematik der KundInnen im Kontext ihrer Lebensumstände neu zu ordnen und zu verbessern.

Die BAWO sieht diese undurchsichtige Vorgangsweise des AMS als sehr bedenklich an und befürchtet die Errichtung neuer Barrieren, die ausgerechnet eine Gruppe an der Teilhabe zum Sozialen Leben hindert, die erfahrungsgemäß ein besonders niederschwelliges Angebot benötigt um wieder Fuß zu fassen.