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Endbericht zu Wintermaßnahmen für obdachlose Menschen in Wien veröffentlicht

Der Fonds Soziales Wien (FSW), Fachbereich Betreutes Wohnen, hat eine Analyse der sogenannten „Wintermaßnahmen der Wiener Wohnungslosenhilfe“ 2013/2014 für obdachlose Menschen veröffentlicht – mit einigen interessanten Zahlen und Aspekten, von denen an dieser Stelle nur einzelne herausgegriffen werden:

Trotz eines relativ milden Winters wurden die Angebote intensiv genutzt und es gab eine Aufstockung der Kapazitäten in der Wiener Wohnungslosenhilfe von rd. 300 auf insgesamt rd.  770 Plätze. 31 % der rd. 2.700 unterschiedlichen NutzerInnen sind österreichische Staatsbürger, 69 % Nicht-ÖsterreicherInnen. Die Größenordnung der Herkunftslieder in absteigender Reihenfolge: Rumänien, Ungarn, Polen, Slowakei, Bulgarien, Serbien, Türkei, Nigeria, Deutschland – d.h. der Großteil aus EU-Ländern.

Bei der Sozial- und Rückkehrberatung wurde das Einreisedatum erhoben, sodass von rund ¼ der Nicht-ÖsterreicherInnen Auswertungen zur Aufenthaltsdauer vorliegen: Diese Angaben widerlegen die These eines Pull-Effekts der Wintermaßnahmen. Zur Arbeitsmigration, bzw. Beschäftigungssituation liegen keine Angaben vor. Angestrebt wird, zukünftig mehr Informationen zu regulären, aber auch prekären Beschäftigungen der NächtigerInnen zu erfassen.

Derzeit werden seitens des FSW ausschließlich die Wintermaßnahmen sowie die Sozial- und Rückkehrberatung finanziert. Gleichzeitig kristallisieren sich Schlafmöglichkeiten für wohnungslose ArbeitsmigrantInnen neben klassischen Nachtquartieren als strukturelle und ganzjährig vorhandene Bedarfslage heraus.

Gemäß den Rückmeldungen von niederschwelligen Einrichtungen haben ca. 50-70 Personen nach Ende der Wintermaßnahmen keinen Schlafplatz. Für anspruchsberechtige Personen, die das Angebot der Wintermaßnamen genutzt haben, ist von einem Optimierungsbedarf bezogen auf die Zugänglichkeit zu anderen Angeboten der Wiener Wohnungslosenhilfe auszugehen.

Die stärker werdende EU-Binnenmigration von Arbeitssuchenden ist jedenfalls ein Thema, das über die Grenzen der Wiener Wohnungslosenhilfe hinaus auf nationaler und europäischer Ebene zu diskutieren ist – mit politischen Lösungen als Zielorientierung, die sich klar von Exklusions- und Vertreibungspolitik abgrenzen.