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EU-SILC Daten ergeben: Armut verringert Wohnintegration

SILC ist eine Erhebung, durch die jährlich Informationen über die Lebensbedingungen der Privathaushalte in der Europäischen Union gesammelt werden. Auch Österreich nimmt, vertreten durch Statistik Österreich, an diesem Projekt teil. SILC ist die Abkürzung für "Community Statistics on Income an Living Conditions", das bedeutet „Gemeinschaftsstatistiken über Einkommen und Lebensbedingungen". Seit 2005 beteiligen sich alle 25 damaligen EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und Island an SILC, seit 2007 auch Bulgarien, Rumänien, die Türkei und die Schweiz.

Von besonderem Interesse sind in der SILC Umfrage die Wohnsituation, Ausgaben für das Wohnen, die Ausstattung der Haushalte, die Beschäftigungssituation und das Einkommen der Haushaltsmitglieder, aber auch Bildung, Gesundheit und Zufriedenheit. Aus diesen Angaben können Schlüsse über die Lebensbedingungen verschiedener Bevölkerungsgruppen, über Armut und soziale Ausgrenzung gezogen werden. Diese Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Sozialpolitik in Österreich und im EU-Raum.

Das diesjährige Modul erlaubt eine differenzierte Analyse der Wohnintegration in Hinblick auf Leistbarkeit,
Größe und Wohnqualität sowohl in Hinblick auf subjektive Bewertungen als auch unter objektiven Kriterien. Etwa 1,5 Millionen Personen wenden mehr als ein Viertel ihres Einkommens für Wohnkosten auf, während rund 1,1 Millionen ihre Wohnkosten als starke Belastung beschreiben. Mehr als 600.000 Menschen leben in überbelegten Wohnungen und rund 1,4 Millionen Menschen geben an, von Platzproblemen betroffen zu sein. In den meisten Bereichen weisen Armutsgefährdete und hier besonders jene Personen, die keine EU/EFTA-Staatsbürgerschaft
besitzen, einen deutlich unterdurchschnittlichen Grad an Wohnintegration auf. Vor allem im ländlichen
Raum verringert Armutsgefährdung die Erreichbarkeit von Infrastruktureinrichtungen. Für 23% der nicht
Armutsgefährdeten in kleinen Gemeinden sind zum Beispiel Lebensmittelgeschäfte schwer erreichbar, während dieser Anteil für Armutsgefährdete rund 39% beträgt.

Quelle: EU-SILC 2007
Statistik Austria