Details

Innsbruck: Die Arbeitsgruppe Psychisch Krank und Wohnungslos (PKW) stellt sich vor

Seit Dezember 2003 gibt es in Innsbruck einen Zusammenschluss von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, extramuralen sozialpsychiatrischen Einrichtungen und der Univ. Klinik für Psychiatrie unter Koordination des Psychiatriekoordinators für Tirol.

Die Ziele und gleichzeitig die Herausforderungen für die Arbeitsgruppe können wie folgt zusammengefasst werden:

1) Vernetzung und Zusammenarbeit der Einrichtungen, um den niederschwelligen Zugang für Hilfesuchende und die Kooperation zwischen den Einrichtungen zu verbessern.
2) Entwicklung und Organisation von Fort- und Weiterbildungsangeboten im Bereich „Psychiatrie“ für die MitarbeiterInnen der Wohnungslosenhilfeeinrichtungen.
3) Ausarbeiten von Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Hilfeangebote

Seit Jahrzehnten kreiste die Diskussion in Österreich darum, wer warum nicht zuständig ist. Die Arbeitsgruppe Psychisch Krank und Wohnungslos will dieser lähmenden und unproduktiven Debatte, die sich vor allem mit Exklusion beschäftigt, etwas entgegensetzen.
Selbstverständlich ist Wohnungslosenhilfe auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen zuständig. Genauso wichtig ist der niederschwellige Zugang für wohnungslose Menschen in spezialisierte Einrichtungen der extramuralen Psychiatrie.

Auch wenn nicht immer in allen Punkten Einigkeit herstellbar ist (z.B. über die Sinnhaftigkeit von Diagnosen im Kontext Sozialer Arbeit), versteht sich die Arbeitsgruppe als Gremium, das kontinuierlich die Schnittstellen zwischen Wohnungslosenhilfe und Psychiatrie beleuchtet. Schwierigkeiten, die sich aufgrund unterschiedlicher Paradigmen ergeben, werden offen und kritisch diskutiert.

Das Amt der Tiroler Landesregierung befindet sich in der Intensivphase zur Novellierung des Rehabilitationsgesetzes in Richtung Chancengleichheit. Die kontinuierliche Zusammenarbeit im Arbeitskreis PKW hat es nun möglich gemacht, sich aktiv an diesem Novellierungsprozess zu beteiligen und besonders jene Punkte einzubringen, die bisher Wohnungslosen aus strukturellen und legistischen Gründen den Zugang zu Maßnahmen der Rehabilitation verwehrt haben.

Welche Verbesserungen tatsächlich ihren Niederschlag im neuen Gesetz finden werden ist noch völlig offen – aber wir arbeiten daran und halten euch auf dem Laufenden.

Für die Arbeitsgruppe – Anita Netzer