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Neue Winternotschlafstelle in Salzburg eröffnet

Seit 22. November steht den Obdachlosen in Salzburg als Ersatz zur ehemaligen Winternotschlafstelle in Mülln ein neues Quartier zur Verfügung. In den letzten 3 Jahren wurde die Winternotschlafstelle von der Stadt betrieben, welche wiederum Mitarbeiter vom Österreichischen Wachdienst zur Führung betraut hatte. Sowohl wegen der schlechten baulichen Situation als auch die fehlende professionelle Sozialbetreuung stand sie oftmals im Zentrum der Kritik. Da das alte Objekt nicht mehr nutzbar war und Sozialarbeit nun fixer Bestandteil im Konzept sein sollte, wurde die Notschlafstelle nun an einem anderen Standort und mit SozialbetreuerInnen neu eröffnet. Die neue Winternost befindet sich in der Linzergasse, inmitten dem geschäftigen Treiben der rechten Altstadt. Zum Standort gab es bereits im Vorfeld von den Gewerbetreibenden Widerstand, ua. durch Leserbriefe, Unterschriftenlisten,….

Das Angebot umfasst nun 4 Zimmer zu je 4 Betten inkl. Decken, davon wird 1 Zimmer für Frauen reserviert. Dusch- und Waschmöglichkeit ist vorhanden. Außerdem gibt es eine Aufbewahrungsmöglichkeit für untertags. Aufgrund des Platzmangels gibt es keine weiteren Angebote in Richtung Versorgung und Verpflegung. Ein eigener abgetrennter Frauenbereich mit angeschlossenem Sanitärbereich konnte ebenfalls nicht in diesem Objekt realisiert werden.

Die Winternost hat noch bis Ende März 2011 von 18 – 9 Uhr geöffnet. Die Aufnahme findet vor Ort von 18 – 22 Uhr statt. Es gibt keine Aufnahmekriterien bezüglich des Aufenthaltstatus. Diese niederschwelligste Notschlafstelle Salzburgs ist suchtakzeptierend und hat volljährige Personen die von Obdachlosigkeit bedroht bzw. betroffen sind und zur Winterzeit in anderen Notunterkünften keine Aufnahme finden können/konnten zur Zielgruppe. Haustiere sind grundsätzlich nicht verboten.

Die ersten Erfahrungen zeigen, dass das Platzangebot nicht ausreichend ist. Der Einsatz von SozialbetreuerInnen hat sich bis jetzt vor allem in eskalierenden Situationen gut bewährt. Die Befürchtungen, dass es zu vermehrten körperlichen Auseinandersetzungen kommen könnte, haben sich bis dato Gott sei Dank nicht erfüllt. Auch sind uns keine größeren Problemfälle mit AnrainerInnen bekannt, die durch das Klientel der Winternotschlafstelle verursacht worden wären.
Wir blicken einer weiteren ständigen Verbesserung des Angebots entgegen, die dem niederschwelligen Anspruch gerecht bleibt, und noch mehr die Bedürfnisse von Frauen berücksichtigt.