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Sozialer Wandel im Kommen - AWOL betroffen

Sozialer Wandel hatte früher die Bedeutung von Fortschritt und Entwicklung, auch Modernisierung. In letzter Zeit kann man sich dieser Auslegung des Begriffs nicht mehr sicher sein.
Trotz einzelner -großer und guter- Würfe, wie der Mindestsicherung in Kärnten, oder dem Mobilpass in Wien, greift eine andere Entwicklung mehr und mehr um sich, die die positiven Neuerungen zu kurz kommen lässt.
Vielmehr wirkt es, als ob unter sozialem Wandel heute der systematische Rückzug des Staates aus allen sozialen Diensten zu verstehen ist - und mehr noch: sozialer Wandel ist heute die um sich greifende,
systematische Demontage unabhängiger Non Profit Einrichtungen. Deren Tätigkeiten werden entweder ganz eingestellt, die finanzielle Verantwortlichkeit zwischen Land und Kommunalverwaltung hin und
hergeschoben, oder aber in die Hände politisch beeinflussbarer, aus den Ländern und kommunalen Verwaltungen ausgelagerter "Tochterunternehmen" dirigiert. Somit lassen sich Zahlen bequem schönen und Qualität wird ergänzt durch Quantität, denn nur Statistiken bewegen heute die Politik
und die Wähler.

Ähnlich wie dem Wiener Verein Sambas, ergeht es jetzt der gemeinnützigen Betriebs GmbH AWOL in Klagenfurt, die Hilfe für Menschen ohne Arbeit und Wohnung anbietet.

In einem lapidaren Zweizeiler der Sozialabteilung des Landes Kärnten wurde der Geschäftsführung nun schriftlich kundgetan, dass AWOL Wohnen "bei der Planung für das Jahr 2009 darauf Bedacht zu nehmen hat, dass mit einer Förderung ihres Vorhabens seitens des Sozialreferates nicht zu rechnen ist".

Ein Ende Juli 2008 fixierter Termin Mitte September 2008 bei der neuen Soziallandesrätin, wurde vom Büro der Landesrätin kurzfristig abgesagt.

Die Kleine Zeitung berichtete darüber in einem eigenen Artikel.

AWOL-Wohnen unterstützt seit nunmehr 22 Jahren Menschen, die von Wohnungs­losigkeit bedroht und betroffen sind. Die Zusammenarbeit mit dem AMS, dem Bundesministerium für Justiz und dem Magistrat Klagenfurt wurde für spezielle Zielgruppen auf Grund des steigenden Bedarfs in den letzten Jahren intensiviert. Der Ausfall der Landesförderung gefährdet das Weiterbestehen von AWOL-Wohnen. Derzeit bemüht sich die Organisation intensiv darum, die Finanzierung für 2009 sicher zu stellen.

Sobald es weitere Entwicklungen gibt, berichten wir wieder.