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Wohnungslosenerhebung 2008 in Salzburg

Jedes Jahr erstellt das Forum Wohnungslosenhilfe ein Update der Wohnungslosenerhebung in Salzburg. Die Ergebnisse wurden bei einer Pressekonfernz im Februar präsentiert. Die Einrichtungen der WLH sowie angrenzender Hilfebereiche, die ebenfalls mit dem Thema der (prekären) Wohnversorgung bzw. der Wohnungslosigkeit ihrer KlientInnen konfrontiert sind, wurden brieflich eingeladen, den aktuellen Stand zu Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und Gefährdung durch Delogierung und Wohnungsverlust zu dokumentieren.

Das Forum Wohnungslosenhilfe (WLH) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Trägern der Wohnungslosenhilfe sowie von Einrichtungen für psychisch kranke Menschen im Bundesland Salzburg. Folgende Einrichtungen sind im Forum WLH vertreten:
Caritas Salzburg
Soziale Arbeit GmbH
Frauentreffpunk
Laube
Neustart Salzburg
Pro Mente Salzburg
VertretungsNetz Salzburg
Salzburger Armutskonferenz
BAWO (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe)
Kinder- und Jugendanwaltschaft
helix - Forschung & Entwicklung

In regelmäßigem Treffen werden relevante sozialpolitische Entwicklungs- und Planungsmaßnahmen sowie aktuelle Trends und Erfahrungen aus der Praxis der psychosozialen Versorgung und Wohnungslosenhilfe in Salzburg diskutiert.

Aus diesen laufenden Diskussionen und den Ergebnissen der Wohnungslosenerhebungen entstanden Fachtagungen zu ausgewählten Themen (Psychisch krank und wohnungslos, Jugendliche Wohnungslose in Salzburg, Frauenwohnungslosigkeit in Salzburg, WohnungsNot in Salzburg) mit internationaler Beteiligung und Erfahrungsaustausch und regelmäßige Fachgespräche mit VerterterInnen aus Politik und Verwaltung sowie Wohnbaugenossenschaften.
Enquete Wohnungsnot 8.6.2006
Fachgespräch 6.3.2007
Folgegespräch 26.6.2007

Aktuelle Tätigkeiten/ Schwerpunkte:

•    Versuch einer strukturierten Zusammenarbeit mit Wohnbaugenosssenschaften und Wohnbauabteilungen von Stadt und Land mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe
•    Frauenwohnungslosigkeit, Notwohnversorgung von Frauen, Kinderwohnungslosigkeit   Tagung Frauenwohnungslosigkeit 7.10.2004, Diplomarbeit Frauen ohne Obdach 05/2007
•    Jugendwohnungslosigkeit
•    Wohnraumknappheit und Wohnraumpreise in der Stadt Salzburg
•    Auswirkungen des gekürzten Höchst zulässigen Wohnaufwandes, insbesondere auf BewohnerInnen von Pensionszimmern Brief Sozialamt
•    Ausweitung der WL-Erhebung zu einer umfangreichen qualitativen Studie
•    Wohnungslosigkeit als Querschnittsmaterie
•    Psychisch krank und Wohnungslos (Dokumente auf Anfrage)
•    Mitarbeit bei der Planung der Armutskonferenz in Salzburg zum Thema „Wohnen“

Die Wohnungslosenerhebung

Ein nachhaltiges Projekt des Forums Wohnungslosenhilfe stellt die bereits seit dem Jahr 1994 jährlich durchgeführte Wohnungslosenerhebung dar, die dazu dient, einen aktuellen Überblick über den Trend der Problementwicklung der Wohnungslosigkeit in der Stadt Salzburg zu bieten. Das betrifft sowohl
•    die Anzahl der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen als auch
•    die Verteilung dieser Personen auf die unterschiedlichsten Formen der Not(wohn)versorgung:

Erfasst werden Menschen, die akut wohnungslos und obdachlos sind, sowie jene, die von bevorstehender Wohnungslosigkeit bedroht sind.

Methode der Erhebung:
Es werden insgesamt 90 Institutionen befragt, an die sich Menschen mit Wohnproblemen wenden, davon liefern ca. 60 Einrichtungen Daten für die Erhebung.

In der aktuellen Erhebung (10/07) wurden folgende Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe erfasst:

•    betreute Wohnformen
•    ambulant betreutes Wohnen
•    Notschlafstellen
•    Beratungseinrichtungen für wohnungslose Männer und Frauen (Caritas, SAG, Frauentreffpunkt)

WLH-nahe Einrichtungen:

•    Beratungs- und Betreuungseinrichtungen für Frauen
•    Tageszentren (Saftladen des Vereins Neustart)
•    betreute Beschäftigungsprojekte
•    Pfarren und Klöster
•    Pensionen und Herbergen
•    Krankenanstalten / Sozialer Dienst
•    Strafanstalten / Sozialer Dienst
•    Betreuungseinrichtungen im psychosozialen Kontext (z.B. Pro Mente, Laube, Vertretungsnetzwerk Sachwalterschaft etc.)
•    Beratungs- und Betreuungseinrichtungen im Kontext der Jugendwohlfahrt
•    Beratungseinrichtungen für MigrantInnen und AsylwerberInnen

In dieser Erhebung werden jene KlientInnen aus Einrichtungen der therapeutischen bzw. sozialpädagogischen Wohnbetreuung nicht als wohnungslos aufgenommen, bei denen nicht die Wohnungslosigkeit sondern therapeutische oder sozialpädagogische Behandlung im Vordergrund stehen; das betrifft z.B. sozialtherapeutische Wohngemeinschaften für psychisch kranke oder suchtkranke Menschen sowie Jugendwohngemeinschaften der Jugendwohlfahrt.

Der Erhebungszeitrum ist jährlich der Monat Oktober, es handelt sich also um eine Stichprobenerhebung.
Erfasst werden soziodemografische Merkmalen Geschlecht, Geburtsdatum, Familienstand, Anfangsbuchstabe des Familiennamens zur Erfassung von Doppelnennungen. Doppelnennungen werden gefiltert.

Seit 1994 wurden laufend Anpassungen in der Erhebung vorgenommen (Schwerpunkt Frauen und Jugendliche), zuletzt z. B. wurden auch versucht Personen zu erfassen, die starken sozialen Spannungen in Trennungs- und Gewaltsituationen ausgesetzt sind.

Grafik: Entwicklung der Wohnungslosigkeit in Salzburg

Während das Gesamtausmaß der Wohnungslosigkeit im Bundesland Salzburg im letzten Jahrzehnt mit leichten Schwankungen annähernd gleich geblieben ist, fällt ein kontinuierlicher Anstieg des Anteils der von Wohnungslosigkeit betroffenen Frauen auf. Dieser Anteil ist von 18% im Jahr 1999 auf nunmehr 31% im Jahr 2007 gestiegen.

Die Wohnungslosenerhebung kommt in dieser Form in Österreich einer Vorreiterrolle gleich, in Innsbruck wurde das Konzept bereits übernommen.

Koordination Forum WLH und Ansprechperson:

Mag. Sarah Untner
Soziale Arbeit GmbH
Breitenfelderstraße 49/2
5020 Salzburg
Tel.: 0662/873994-45
Mail: s.untner@esage.at
www.esage.at