Das NeunerHAUS feiert sein 10 jähriges Bestehen

In der 13. Ausgabe der NeunerNEWS blickt der Verein zurück und präsentiert die wichtigsten Projekte die in dieser Zeit entstanden sind: 10 Jahre neunerHAUS - das bedeutet drei Wohnhäuser mit rund 160 Wohnplätzen und medizinische Versorgung für jährlich mehr als 1.200 obdachlose Menschen. Und seit März steht neunerHAUS auch für zahnmedizinische Betreuung. 

In acht Jahren hat der Verein 129 Einzelwohnplätze und 29 Paarwohnungen in drei Wohnhäusern sowie zwei Startwohnungen geschaffen, um obdachlose Menschen von der Straße zu holen. Das Innovative gleichwohl wie Umstrittene am Konzept des neunerHAUS war die Tolerierung von Haustierenen und Alkohol für die BewohnerInnen. Raum zu geben ist das eine, die ehemals wohnungslosen Menschen darin zu unterstützen und betreuen etwas anderes. Im neunerHAUS wird Hilfe zur Selbsthilfe groß geschrieben, jede/r, die/der einzieht, bekommt die Chance von vorne anzufangen. Seit der Eröffnung des ersten neunerHAUSes in der Hagenmüllergasse im Jahr 2001 konnte mehr als 530 obdachlosen Menschen ein Dach über dem Kopf gegeben werden.

Für die richtige Balance zwischen sozialarbeiterischen Notwendigkeiten und größtmöglicher Freiheit sorgen klare Regeln, Grenzen und standardisierte Vorgangsweisen, die den BewohnerInnen sorgfältig kommuniziert werden. Der Umgang mit Rückständen beim Nutzungsentgelt, Gewalt, MitbewohnerInnen und Gästen wurde für das gesamte Team häuserübergreifend vereinheitlicht.

Eine Herausforderung für die Wohnungslosenhilfe ist, dass die BewohnerInnen von Einrichtungen auch älter werden und damit oft auch kränker – dies ist verbunden mit Aufgaben, die über jene der Sozialarbeit hinausgehen, etwa Pflege oder Hilfe bei alltäglichen Tätigkeiten. Ein großer Schritt zur verbesserten medizinischen Versorgung gelang mit der Einführung des Teams neunerHAUSARZT. Die Praxen der Ärzte befinden sich so wie in anderen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe direkt in den Häusern Hagenmüller- und Kudlichgasse.
Gesundheitliche Versorgung ist besonders wichtig, wenn Menschen neu einziehen. Denn hört der Überlebenskampf auf der Straße endlich auf, brechen oft körperliche und psychische Krankheiten aus. Aus diesem Grund sind die Verträge mit der Wiener Gebietskrankenkasse für die allgemeinmedizinische Betreuung sowie die Zahnarztpraxis ein Meilenstein. Denn das öffentliche Gesundheitssystem beweist damit, dass es soziale Randgruppen in die Gesundheitsversorgung integriert.

Bis heute versorgte und betreute das Team neunerHAUSARZT seit März 2006 in rund 14.000 Konsultationen obdachlose Menschen in ganz Wien medizinisch.

Ein Blick auf die Statistik verrät uns, was die Menschen in die neunerHÄUSER führt: 31 % der BewohnerInnen kommen nach einer Delogierung und 8 % unmittelbar nach einer Scheidung. In den Dauerwohnhäusern Hagenmüllergasse und Kudlichgasse leben anteilsmäßig ca. 60 % Männer und 40 % Frauen.

Im neunerHAUS Billrothstraße, das 35 Wohnplätze bereit stellt und ein Übergangswohnheim für Männer ist, gelang seit Herbst 2005 durchschnittlich einem Bewohner pro Woche – insgesamt mehr als 180 Menschen – die Rückkehr in eine eigenständige Wohnung.

Mehr über das 10-jährige Schaffen und Wirken ds neunerHAUS finden sie in der Sonderausgabe der neunerNEWS.