BMASK-Sozialbericht inklusive Kriterium ‚registrierte Wohnungslosigkeit‘

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat am 19. Novemer 2012 den Sozialbericht 2011–2012 präsentiert und damit erstmals für Österreich eine Kennzahl für „registrierte Wohnungslosigkeit“ vorgestellt.

Im Jahr 2010 wurden demnach insgesamt 12.300 Menschen als wohnungslos registriert. Das bedeutet gegenüber 2009 eine Steigerung von 8%.

Im Sozialbericht geht es traditionell überwiegend um Themen der finanziellen Armut und der entsprechenden sozialstaatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung/ Bewältigung dieser Armutsgefährdungsaspekte. Demgegenüber finden sich zu den Aufgabenbereichen der sozialen Ausgrenzung und der Wohnversorgung  nur wenige Bemerkungen. Diesbezüglich ist ganz offensichtlich noch Handlungsbedarf gegeben.

Zum Thema Wohnen ist zu berichten, dass nun das Kriterium ‚registrierte Wohnungslosigkeit‘ Eingang in die nationalen Indikatoren für Lebensstandard und Wohnraum gefunden hat. Ebenso ist ‚registrierte Wohnungslosigkeit‘ Teil der nationalen Eingliederungsindikatoren. Als ‚registrierte Wohnungslosigkeit‘ gilt: die Anzahl der Personen mit Hauptwohnsitzbestätigung oder Meldung in einer Einrichtung für Wohnungslose im Laufe eines Jahres, die somit über keine eigenständige Wohnversorgung verfügen. Dies ist positiv zu vermerken, da damit eine zentrale Forderung der BAWO an die Armutsberichtserstattung eingelöst wurde.

Unter der Überschrift ‚Armut und soziale Ausgrenzung‘ findet sich zum Thema Wohnen folgender Absatz:
„Im Bereich Wohnen finden sich sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen. Positive Rückgänge sind beim Überbelag in Mehrpersonenhaushalten und bei der prekären Wohnqualität zu verzeichnen, während sich die Zahl der registrierten Wohnungslosen (2010: 12.300) um 8% und die Zahl der Personen mit Belastungen in der Wohnumgebung um knapp 10% erhöht haben. Auch der Anteil der Menschen mit sehr hohem Wohnaufwand ist geringfügig gestiegen.“

Es ist also gelungen, Wohnungslosigkeit als Thema zu verankern und die BAWO wird sich weiterhin bemühen, dass diesem Thema auch im Rahmen der ministeriellen Berichterstattung über Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit mehr Beachtung geschenkt und eine entsprechend fundierte Datenlage veröffentlicht wird.
BMASK Sozialbericht 2011-2012