Ausgabe 02/15

Das neunerhaus Hagenmüllergasse ist eines von drei Wohnhäusern des neunerhaus und war der erste Standort dieser Wiener Sozialorganisation. Es bietet wohnungslosen Menschen seit 2001 Raum für eine Stabilisierung und unterstützt beim Erreichen von Lebens- und Wohnperspektiven. Das neunerhaus bietet darüber hinaus eine umfangreiche medizinische Versorgung sowie Housing First an.

Aufgrund der schlechten baulichen Substanz des 2001 bezogenen Hauses in der Wiener Hagenmüllergasse wurde von 2012 bis 2015 ein Neubau errichtet. Während der Bauzeit wurde ein Ausweichquartier im 13. Wiener Gemeindebezirk genutzt.

Am 22. Juni 2015 wurde der Neubau in der Hagenmüllergasse 34 eröffnet. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür informierte das neunerhaus über die neuen räumlichen und konzeptiven Rahmenbedingungen und bot mit Haustouren die Gelegenheit, den Neubau zu besichtigen. „Wohnen so normal wie möglich“, Innovation und Partizipation sind die roten Fäden durch Betreuung und Architektur. Die Zielgruppe wird erstmals auch wohnungslose Menschen mit Behinderung umfassen.

Zum ganzen Artikel.

Ausgabe 2/15 - Juni 2015

Editorial: Zelte sind keine Wohnungen!

Es gibt in der BAWO einen Grundreflex nach der Fachtagung: Aufatmen, dass alles gut gegangen ist. Aber zugleich wissen wir, dass nach der Fachtagung auch vor der nächsten Fachtagung ist, denn die Vorbereitungsarbeiten schließen praktisch nahtlos an. Im Nachhinein möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei unseren KollegInnen in Vorarlberg bedanken, dass sie die Ent- und Abwicklung der Fachtagung in Bregenz so massiv und konstruktiv unterstützt haben. Und selbstverständlich gilt der Dank auch unseren beiden Mitarbeiterinnen im Büro und allen, die an der Entstehung und Durchführung mitgewirkt haben.

Ohne Publikum wäre freilich alles nichts: also Danke an alle, die dabei waren!

Und weiter geht es:

Hinter amtlichen Begriffen verbirgt sich eine oft dramatische Realität: Vergaberichtlinien, durchgehende Meldung, Daueraufenthalt, Hauptwohnsitzmeldung usw.

Entscheidend für die soziale Karriere sind allzu oft nicht die Befindlichkeit oder Bedürftigkeit des jeweiligen Menschen, sondern vielmehr die rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen für die Hilfesysteme.

In Wien wird gerade wieder herumexperimentiert mit den Vergaberichtlinien: Der ohnehin knappe leistbare Wohnraum wird nach strengeren Richtlinien vergeben und eingeschränkt.

In ganz Österreich wird der Wohnungsmarkt zusätzlich von den  Flüchtlingen in der Grundversorgung überlastet. Oder anders gesagt: Anstatt die AsylwerberInnen ordentlich zu beherbergen, werden irrwitzige Zeltlager aufgeschlagen. Das soll nach den Worten der Innenministerin die Attraktivität Österreichs als Zielland für Flüchtlinge herabsetzen.
Selbst wenn man allen Sarkasmus beiseite lässt:  Das hört sich so an, als könnte man Krankheiten dadurch heilen, dass man aus den Spitalsbetten die Matratzen raus nimmt.

In meiner eigenen Recherche über die Grundversorgung konnte ich nicht darüber hinweg sehen, dass das Wohnproblem von anerkannten Flüchtlingen das Grunddilemma am Wohnungsmarkt verstärkt. Leistbarer Wohnraum fehlt an allen Ecken und Enden, und da hilft wohl nur: Wohnungen bauen, sanieren und adaptieren, Mietrecht reformieren, Wohnkosten senken.

Solange Europa sich die Kriege in Nah und Fern leisten kann, an denen unsere Industrie ja heftig mitverdient, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Konsequenz ein größer werdender Flüchtlingsstrom ist. Und den Flüchtlingen die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass ihre jeweilige Heimat systematisch zerstört und ausgehungert wird, ist zynisch, dekadent und unmenschlich!

Mit den besten Grüßen: Sepp Ginner

FEANTSA/BAWO: Jahreskonferenz 2015 der FEANTSA in Paris und Generalversammlung: Besorgnis erregender Anstieg von Wohnungslosigkeit in ganz Europa

Im Rahmen der FEANTSA Jahreskonferenz am 19. Juni in Paris stellten die über 350 TeilnehmerInnen einen besorgniserregenden Anstieg von Wohnungslosigkeit in ganz Europa fest. Dieser Anstieg wird vor allem durch die negativen Auswirkungen der anhaltenden Wirtschaftskrise und der dadurch erfolgten Sparmaßnahmen hervorgerufen. Soziale Leistungen werden gekürzt und der Wohnbau vielerorts stark heruntergefahren. Dies wiederum führt in vielen Regionen zu einem Mangel an leistbarem Wohnraum, der sich vor allem bei den einkommensschwächsten Personen bis hinein in die mittleren Einkommensschichten stark auswirkt. Der starke Anstieg von Wohnungslosigkeit in Europa wird zusätzlich noch durch die große Zahl von Menschen, die durch Kriege und Konflikte wohnungslos geworden sind, verstärkt.

Die Generalversammlung der FEANTSA ruft daher in der Pariser Deklaration vom 20. Juni 2015 die Europäische Union dazu auf, die Entwicklung und Umsetzung einer gemeinsamen, auf europäischer Solidarität beruhenden Politik zu übernehmen, um Folgendes zu gewährleisten:  Weiter zum ganzen Bericht von Christian Perl (BAWO Vorstand).

Pariser Deklaration 20.6.2015
Evaluation Nationale Finnischen Strategie gegen Wohnungslosigkeit 2008 - 2015
FEANTSA Background paper "The Links between Violence against Women and Homelessness“

Finnland: Y-Foundation: Winner of the World Habitat Award 2014-15!

World Habitat Award 2014-15: Aus hunderten von Einsendungen aus der ganzen Welt ist nun im Frühjahr 2015 die finnische Y-Foundation zum Sieger prämiert worden.

Die Organisation, die schon sehr früh das Housing First Modell umgesetzt hat, spielt schon lange eine führende Rolle in der finnischen Politik zur langfristigen Beendingung von Wohnungslosigkeit in Finnland. Und Finnland ist eines der wenigen Länder Europas, das es geschafft hat, ein nationales Programm zur Beendigung von Wohnungslosigkeit zu entwickeln und effektiv umzusetzen. Finnland ist es tatsächlich in den letzten Jahren gelungen Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu verringern (Siehe auch BAWO News Die finnische Strategie gegen Wohnungslosigkeit).

Zum Siegerprojekt Y-Foundation.

World Habitat Award trophy

Österreich/BAWO: Stellungnahme zu den Verhandlungen über die 15a Vereinbarung bezüglich BMS

Die BAWO übermittelte dieser Tage einen Appell an Bundesministerium und LandessozialreferentInnen in einer Stellungnahme zu den aktuellen Verhandlungen über die 15a Vereinbarung zwischen Bund und Ländern bezüglich Bedarfsorientierte Mindestsicherung, die im Rahmen der BAWO Fachtagung 2015 im Mai erarbeiteten Anregungen und Bedarfsanmeldungen in den aktuellen Verhandlungen zu berücksichtigen (Siehe dazu weiter unten die Stellungnahme der BAWO mit den entsprechenden Forderungen an Bund und Länder sowie den BAWO-Newsbeitrag zum Thema).

Derzeit wird die Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern gemäß Art. 15a B-VG über eine bundesweite Bedarfsorientierte Mindestsicherung neu verhandelt. Nur wenige Bundesländer sehen bisher verbesserte Regelungen vor, kommen jedoch aktuell noch unter Druck, ihre Mehr-Leistungen zurückzunehmen.

Die BAWO hat als österreichweiter Dachverband dazu die Erfahrungen von Fachleuten aus der täglichen (Sozial-) Arbeit mit der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in den letzten fünf Jahren gesammelt. Martina Kargl und Helmut Kunwald, ReferentInnen der BAWO-Fachtagung (AK 4 "15a-Vereinbarung neu: Wohin entwickelt sich die Bedarfsorientierte Mindestsicherung?"), haben im Rahmen ihres Arbeitskreises in Bregenz (Mai 2015) einen Katalog an Forderungen ausgearbeitet. Dieser wurde vom Vorstand ergänzt und als BAWO-Stellungnahme an BMASK und LandessozialreferentInnen versandt.

Weiter zum BAWO-News-Beitrag.
Zur Stellungnahme bezüglich Bedarfsorientierte Mindestsicherung.

Österreich/BAWO: Jedes Jahr wieder - und diesmal besonders stark, das war die BAWO Fachtagung 2015!

Die Fachtagung der BAWO - 11. bis 13. Mai 2015 in Bregenz, Vorarlberg - hat das Menschenrecht Wohnen in den Fokus genommen und hat sich mit den Hürden, die es zu überwinden gilt, um eine ausreichende und leistbare Wohnversorgung sicherzustellen, befasst.

Außerdem im Blickpunkt der Fachtagung: das Thema Kooperation(en). ExpertInnen aus dem Dreiländereck um den Bodensee (u.a. Ellen Bareis, Felix Hasler, Heidi Lorenzi, Eva Häfele, Thomas Rutschmann, Carla Wesselmann,...) haben sich in Vorträgen und in insgesamt elf halbtägigen Workshops mit dem Thema auseinandergesetzt.
Exkursionen zum Kaplan Bonetti Haus und zum Kolpinghaus Bregenz und drei österreichweite Vernetzungstreffen zu den Themen Delogierungsprävention, Mobile Wohnbetreuung & Housing First sowie österreichweite Frauenvernetzung haben zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Mit knapp 300 TeilnehmerInnen war die Fachtag 2015 in jedem Fall die besucherstärkste Veranstaltung seit vierundzwanzig Jahren!

Ein sehr persönliches Blitzlicht auf die Tagung wirft ein Teilnehmer, der im nachfolgenden Beitrag einen individuellen Erlebnisbericht als Rückmeldung auf die Tagung lieferte (Siehe nächster Artikel) - ein Beitrag, der auch annehmen lässt, dass die Tagung als ein sehr anregendes, erkenntnisreiches und hoffentlich auch wirkungsvolles Event erlebt worden ist.

Und dass es während der Tagung gelang die BAWO Stellungnahme bezüglich BMS zu den Verhandlungen der 15a Verträge auf die Beine zu stellen, ist nicht nur ein eindrucksvolles Resultat der Arbeit in den Arbeitskreisen, sondern zeigt auch auf, dass wir auf der Fachtagung über einen wertvollen Pool an Erfahrungen und Ressourcen verfügen (zur Stellungnahme).

Die Dokumentation auf der BAWO Homepage bietet einen Rückblick auf die Inhalte der Fachtagung. Festgehalten wurden die Vorträge (mit Powerpointpräsentation und/oder Audiomitschnitt), die Präsentationen und Ergebnisse aus den Arbeitskreisen und den Vernetzungstreffen (mit Powerpointpräsentationen der Inputs, Zusammenfassungen, Fotos der Flipcharts, Protokollen) und die Podiumsdiskussionen (mit Audiomitschnitten). Abschließend ergänzt der Pressespiegel die Dokumentation.

Zur Tagungsdokumentation.

© Jan Koller, Heidi Supper

Österreich/BAWO: "Jedes Jahr wieder". Ein persönlicher Erlebnisbericht zur Fachtagung 2015.

Oliver Jungwirth (Verein Wohnplattform) schildert in seinerm schwungvollen Rückblick seine Erlebnisse in Bregenz (und die von der Reise nach und von Bregenz) folgendermaßen:

Es ist die gleiche Prozedur. Jedes Jahr. So auch 2015. Das Programm für die BAWO kommt per Mail. Ich leite es an die KollegInnen weiter, mit der Aufforderung sich die Workshops anzusehen und zu entscheiden, an welchen sie teilnehmen wollen. Außerdem erinnere ich sie daran, sich rechtzeitig anzumelden, weil es ja immerhin den Frühbucherbonus gibt. Dann vergehen ein paar Wochen. Weiter zum Bericht.

Ⓒ Oliver Jungwirth

Aviso: Einladung zur BAWO Generalversammlung am 30. November 2015 in Wien

Die nächste BAWO Generalversammlung wird am 30.11.2015 in Wien stattfinden. Wir laden alle Mitglieder herzlich ein, im November an der Veranstaltung teilzunehmen!

Auf der Tagesordnung wird u.a. die Neuwahl des BAWO Vorstands stehen. An einer Kandidatur Interessierte sind dringend eingeladen, ihr Interesse per Mail an office@bawo.at zu übermitteln. Nähere Informationen zu Veranstaltungsort und Tagesordnung werden im Herbst per Mail und persönlicher Einladung bekannt gegeben. Und selbstverständlich auf der BAWO Homepage angekündigt.

Der 30. November ist außerdem der Tag an dem wir das neue BAWO Jahrbuch 2015 präsentieren werden! Man darf also gespannt sein!

Wien: Strengere Zugangsregeln für Gemeindebauten und geförderte Wohnungen und Reduktion des Wohnungskontingents der sozialen Vergabe.

Ⓒ MA 18

In einer Presseaussendung hat die BAWO zu den in den letzten Tagen in Wien kommunizierten Änderungen bei der Vergabe von Gemeindewohnungen und die angekündigte Reduktion des Wohnungskontingents (das im Rahmen der sozialen Vergabe vermittelt wird) vehement Stellung genommen.

Derzeit sind mindestens 10.000 Menschen in Wien von Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit betroffen - Tendenz steigend.
Ziel einer vorausblickenden Politik muss es wohl sein, denjenigen Personen, die Unterstützungsbedarf haben, den Zugang zu leistbaren Wohnungen zu sichern. Dieser Zugang war schon bisher nicht immer gewährleistet (Siehe die Informationen in der Stellungnahme). Die angekündigte Reduktion des Wohnungskontingents für die soziale Vergabe und die verschärften Vergabekriterien würden das Hilfssystem verstärkt be- und überlasten - und eine rasche Stabilisierung von Einzelpersonen und Familien in einer sozialen Notlage massiv erschweren.

Die BAWO hat mit einer Presseaussendung reagiert.  Zur Presseinformation.

Wien: neunerhaus Hagenmüllergasse: Wiedererrichtung und neues Konzept

©Johanna Rauch

Das neunerhaus Hagenmüllergasse ist eines von drei Wohnhäusern des neunerhaus und war der erste Standort dieser Wiener Sozialorganisation. Es bietet wohnungslosen Menschen seit 2001 Raum für eine Stabilisierung und unterstützt beim Erreichen von Lebens- und Wohnperspektiven. Das neunerhaus bietet darüber hinaus eine umfangreiche medizinische Versorgung sowie Housing First an.

Aufgrund der schlechten baulichen Substanz des 2001 bezogenen Hauses in der Wiener Hagenmüllergasse wurde von 2012 bis 2015 ein Neubau errichtet. Während der Bauzeit wurde ein Ausweichquartier im 13. Wiener Gemeindebezirk genutzt.

Am 22. Juni 2015 wurde der Neubau in der Hagenmüllergasse 34 eröffnet. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür informierte das neunerhaus über die neuen räumlichen und konzeptiven Rahmenbedingungen und bot mit Haustouren die Gelegenheit, den Neubau zu besichtigen. „Wohnen so normal wie möglich“, Innovation und Partizipation sind die roten Fäden durch Betreuung und Architektur. Die Zielgruppe wird erstmals auch wohnungslose Menschen mit Behinderung umfassen.

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Oberösterreich: Kostendämpfung im OÖ-Sozialbereich

Seit Anfang 2015 ist es klar in Oberösterreich: Die Zeit des Kostendämpfens bei den Gesamtausgaben für die oberösterreichische Soziallandschaft hat begonnen. Das Sozialressort kann die Wachstumsphase der letzten Jahre nicht weiter finanzieren und das Gesamtbudget des Landes ist - wie wahrscheinlich überall - unter Druck geraten.

Mit diesen Informationen wurden die Interessensvertretung der OÖ-Sozialunternehmen (IVS) und die OÖ-Wohnungslosenhilfe Ende Jänner konfrontiert. Die ursprüngliche Information und die dazu vermittelte (rechnerische) Notwendigkeit der Kostendämpfung inklusive Leistungsverdichtung für die MitarbeiterInnen und Damoklesschwert der Personalreduzierung schlugen wie eine Bombe ein.

Gleichzeitig gab es das Angebot, die Interessensvertretungen der Träger zu den Verhandlungen über strukturelle "Anpassungen" im Sozialbereich einzuladen. Die Entscheidung der Träger war (mehrheitlich): Lieber am Verhandlungstisch sitzen und in der Kommunikation mit dem Sozialressort die Auswirkungen dieser (scheinbar unaufhaltbaren) Entwicklung möglichst gering halten.
Zum ganzen Artikel.

Salzburg: Wohnungslosigkeit beenden - ohne Wenn und Aber! Eine wohnpolitische Auseinandersetzung. Salzburg - Graz im Vergleich.

Ⓒ Forum Wohnungslosenhilfe Salzburg

Der diesjährige Tag der Wohnungsnot in Salzburg (19.03.2015) widmete sich schwerpunktmäßig Fragen und Anforderungen an die kommunale Wohnpolitik und versuchte dementsprechend, den (potentiellen) Beitrag der Stadt Salzburg zur Lösung von Wohnungsnot bis Wohnungslosigkeit zu klären (19. März 2015). Als „model of good practice“ wurden von der Grazer Stadträtin Elke Kahr modellhafte Initiativen der Stadt Graz referiert und zur Diskussion gestellt. Die Sozialstadträtin von Salzburg, Frau Anja Hagenauer, griff in der Folge die vorgetragenen Themen auf und nahm zu den vorgetragenen Fakten aus der Wohnungslosenerhebung sowie den vielen pointierten Fest- und Fragestellungen der anwesenden PraktikerInnen der Salzburger Sozialeinrichtungen Stellung.

Der Moderator und Protokollant der Podiumsdiskussion, Heinz Schoibl (BAWO Vorstand), zieht ein Resümee und beschaftigt sich im folgenden Beitrag mit zentralen wohnpolitischen Aspekten und kommunalen Aufgabenstellungen - zum Vergleich kommen dabei Graz und Salzburg!

Zum Beitrag von Heinz Schoibl.

Salzburg: Rechtliche Unterstützung für ArmutsmigrantInnen

Aufgrund der großen Zahl an Strafbescheiden, welche die Polizei Salzburg gegen ArmutsmigrantInnen ab dem Frühjahr 2014 erlassen hatte, veranlasste die Plattform für Menschenrechte eine Analyse der Rechtslage und unterstützte Berufungen gegen diese Strafbescheide, um Präzedenzfälle zu schaffen. In den allermeisten Fälle wurde in den Bescheiden auf den Tatbestand organisierten Bettelns verwiesen - die Betroffenen würden „Betteln in welcher Form auch immer (..) organisieren“ oder auch „aggressives Betteln“ ausüben. Die Plattform konnte insgesamt 45 von solchen Strafbescheiden betroffene Personen ermitteln und die Einschüchterung von Notreisenden durch die systematische Verhängung von Strafbescheiden, unabhängig von der Aussicht auf Erfolg, aufzeigen. Die Öffentlichkeit wurde hiervon im Rahmen einer Pressekonferenz informiert. Das Landesverwaltungsgericht hat inzwischen die beeinspruchten Strafbescheide aufgehoben. Das Gericht konnte keine Anzeichen für organisiertes Betteln feststellen. Einen Srafbescheid wegen abgeblichen aggressiven Bettelns hat das Landesverwaltungsgericht ebenfalls aufgehoben.

Damit ist auch klar, dass viele ArmutsmigrantInnen in Salzburg zu Unrecht Strafen zwischen
50.- und 150.- Euro bezahlt oder die Ersatzfreiheitsstrafen abgesessen haben.

Zum ganzen Beitrag von Heinz Schoibl für die Plattform Menschenrechte.

Tirol: Wohnungslosigkeit in Tirol und Innsbruck: Die Situation spitzt sich weiter dramatisch zu!

Seit Monaten versuchen die Arbeitsgruppe Wohnungslosenhilfe Innsbruck und der Sozialpolitische Arbeitskreis Tirol (SPAK) das Land Tirol und die Stadt Innsbruck davon zu überzeugen, dass es dringend notwendig ist, die tatsächlichen (ortsüblichen!) Mietkosten von MindestsicherungsbezieherInnen zu übernehmen.

Die von der Verwaltung sehr einseitig festgesetzten Mietrichtwerte in der Stadt Innsbruck und in den Bezirken gehen mittlerweile völlig an der Realität des Wohnungsmarktes vorbei. Beispiel: Ein alleinstehender Mindestsicherungsbezieher kann in Innsbruck eine Garconniere bis zu einem Mietpreis von € 495 anmieten. Die Wohnpreiserhebung des DOWAS ergibt für das erste Quartal 2015 einen durchschnittlichen Preis von € 540 für eine Garconniere. (Siehe auch BAWO News-Beitrag "SPAK Tirol – Überlegungen zur Ermittlung der Ortsüblichkeit von Mietpreisen in Tirol unter Berücksichtigung des tatsächlich zur Verfügung stehenden Wohnraumes, abgestimmt auf das Tiroler Mindestsicherungsgesetz Mai 2014")

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, fanden in den vergangenen Monaten viele Gesprächsrunden, Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit statt.

Zum gesamten Beitrag

Graffiti Leopoldstraße, Innsbruck. März 2015 © Dowas

DVD Tipp: Interviewreihe "Auf Augenhöhe"

Das Salzburger Video-Projekt "Auf Augenhöhe" ermöglicht Notreisenden, ihre Sicht über das Thema Betteln in die aktuelle Diskussion einzubringen und gibt Betroffenen damit Gesicht und Stimme.

In den Kurzvideos des Projekts berichten Eva, Floarea, Florin, Ioan, Ioanela, Lamaitsa, Nela und Petre aus Rumänien, woher sie kommen, warum sie ihre Heimat verlassen haben und mit welchen Erwartungen sie nach Salzburg gefahren sind. Die ProtagonistInnen haben sich im Jahr 2014 in Salzburg aufgehalten und erzählen auch, wie sie ihren Aufenthalt in der Stadt erlebten.

Die Auswahl der GesprächspartnerInnen erfolgte zufällig und die Gespräche funktionierten nach der Methode des freien Sprechenlassen der ProtagonstInnen, die dabei möglichst wenig vom Forscher selbst abgelenkt werden sollten. Es werde zu viel über Armutsmigranten gesprochen, aber zu wenig mit ihnen geredet, sagte Projekt-Initiator Heinz Schoibl: "Mir war es wichtig, die Leute selbst zu Wort kommen zu lassen. Wir wollten aber keine Frage-und-Antwort-Interviews machen. Zentral war, dass die Menschen selbst über sich erzählen“, so Schoibl.

In den Videos erfährt man, welche Schul- und Berufsbildung manche Bettler haben, ob sie einmal eine Arbeitsstelle hatten, wie die Sozialleistungen und Lebensbedingungen in der Herkunftsregion aussehen, wie sie sich in Salzburg durchschlagen und wie Passanten und Anrainer auf sie reagieren.

Das Projekt „Auf Augenhöhe“ wurde 2014 in Kooperation des Runden Tisch Menschenrechte der Stadt Salzburg und dem außeruniversitären Forschungsinstitut Helix realisiert. Alle Videos stehen auch als freier Download auf dem vimeo-Kanal bereit.
Eine Broschüre zum Projekt samt DVD mit allen Videos kann bei helix – forschung und beratung bestellt werden.

Save the date: BAWO Fachtagung 2016

 

 

Termine

                                                 inter-/national


Di, 03. November bis Fr, 06. November 2015
Women´s shelters World Conference: Connect & Act to End Violence against women
On request of the Global Network of Women’s Shelters (GNWS), the Dutch Foundation of Women's Shelters and its partners organise the 3rd World Conference of Women’s Shelters in The Hague - the Netherlands.
Previous conferences were successful, but continuous action is crucial: violence against women and children still occurs on a large scale and is perhaps the largest crime against humanity of all times. The objectives and programme therefore are very ambitious and thought-provoking.
In addition, they try to build a broad, new alliance in the run-up to the conference to end violence against women and children with the help of ambassadors  from politics, companies, NGOs and others. Another example of concrete actions and projects they initiate, is the ‘Act with your Heart’  campaign. Programme.
Venue: World Forum, Churchillplein 10, 2517 JW The Hague, The Netherlands

Mo, 09.November bis Mi, 11.November 2015
Bundestagung der BAG Wohnungslosenhilfe: Solidarität statt Konkurrenz - entschlossen handeln gegen Wohnunslosigkeit und Armut
Wohnungslosigkeit und Armut, Solidarität statt Konkurrenz – das sind die Leitthemen der Bundestagung 2015 der BAG Wohnungslosenhilfe.
Die Wohnungsnot verschärft sich. Die Tagung wird sich deswegen zentral mit den Themen Wohnen, Wohnungspolitik, Wohnraumbeschaffung und -sicherung, Wohnungslosigkeit und Migration befassen. Auf dem Tagungsprogramm stehen darüber hinaus weitere für die Wohnungslosenhilfe wichtige Themen und Fragestellungen.
Außerdem wird es eine öffentliche Aktion am Brandenburger Tor geben, mit der die Bundestagung am 11.11.2015 beendet werden wird.
Vorläufiges Tagungsprogramm sowie das Anmeldeformular.

                                                 Wien

Fr, 26. Juni 2015, 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO

Kontakt: Margit Jelenko Tel.: 01/603 12 28-601; Email: margit.jelenko@samariterwien.at

Mo, 06. Juli 2015, 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
BAWO-Forum
Ort: Neustart, Castelligasse 17, 4. Stock, 1050 Wien

Do, 30. Juli 2015, 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO

Kontakt: Margit Jelenko Tel.: 01/603 12 28-601; Email: margit.jelenko@samariterwien.at

Mo, 14. September 2015, 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
BAWO-Forum
Ort: Neustart, Castelligasse 17, 4. Stock, 1050 Wien