Ausgabe 04/09


+ MPHASIS Abschlusskonferenz in Paris
+ BAWO Generalversammlung am 16. November
+ Umfallerin bMS - Briefe an die Regierung
+ Die Krise und wir - Fachtagung 2010
+ BAWO ist übersiedelt
+ Hinweis: HRW auf Homepage erweitert
+ Benefizkonzert für die BAWO
+ Delogierungsprävention: österreichweites Treffen fand statt
+ Kärnten: AURORA plus tagte in Klagenfurt
+ Kärnten: Emotionale Debatte über Mindestsicherung
+ Salzburg: Frauen-Übergangswohnungen von der Stadt
+ Salzburg: Offener Brief zur Obdachlosendiskussion in Salzburg
+ Tirol: Breaking News - Budgetkürzungen ab 2010
+ Tirol: 10 Jahre DOWAS Chill Out
+ Wien: Gefahrenmeldungen in der Wohnungslosenhilfe
+ Wien: 20 Jahre integrative Wiener WLH
+ Buchtipp: Handbuch Armut in Österreich
+ Termine
MPHASIS Abschlusskonferenz in Paris
MPHASIS war ein europäisches Projekt zur Verbesserung der Datenerhebung im Bereich der Wohnungslosigkeit in ganz Europa. Ziel war und ist es, einen Beitrag zur statistischen Erfassung der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen zu leisten um auf diese Weise eine Grundlage für Interventionsplanungen und die Bereitstellung von Service-Einrichtungen zu schaffen. Das Projekt lief unter der Federführung von Bill Edgar, University of Dundee, Schottland sowie Matt Harrison, Ressource Information Service, UK und Volker Busch-Geertsema, GISS, Deutschland. Bei der Abschlusskonferenz in Paris wurden die Ergebnisse der Studie vorgestellt und über die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen diskutiert. Mehr zur Konferenz ...
BAWO Generalversammlung am 16. November - herzlich eingeladen!
Die BAWO lädt hiermit nochmals alle Mitglieder herzlich zur Generalversammlung am 16. November 2009 ein! Diese findet ab 17 Uhr bei Neustart in der Castelligasse 17, im fünften Wiener Gemeindebezirk statt. Bei der Gelegenheit soll auch die im Vorstand akkordierte Endfassung des neuen BAWO Grundsatzprogamms beschlossen werden, die bereits an alle Mitglieder per E-Mail ergangen ist. Wir bitten um Anmeldung bis 13.11. unter office@bawo.at
Die Tagesordnung:
a) Bericht des Vorsitzenden über BAWO, Stand der Entwicklung, letzte Aktivitäten
b) Bericht des Kassiers
c) Bericht der Rechnungsprüferinnen
d) Entlastung des Vorstandes
e) Vorschlag für neuen Vorstand
f) Wahl des neuen Vorstands
g) Beschluss des neuen Grundsatzprogramms
h) Allfälliges
Umfallerin bedarfsorientierte Mindestsicherung - Briefe an die Regierung
Von Beginn der Konkretisierung zum Erstentwurf der bedarfsorientierten Mindestsicherung (bMS) an brachte sich die BAWO in die Diskussion ein. Neben der Teilnahme an der Fachtagung zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung und der Begutachtung des ersten Entwurfs nahmen und nehmen wir Stellung zu den Mängeln und prognostizierbaren Problemlagen der bMS. Eine Revision der 'neuen' Regierung brachte allerdings keine Besserungen, im Gegenteil: nach einem fett geschnürten Bankenpaket wurde die bMS wegen Sparmaßnahmen abgespeckt. Der Sparstift der Regierung trifft ausgerechnet jene Menschen, die bereits einmal Opfer der Wirtschaftskrise wurden: Erwerbslose, working poor, SozialhilfeempfängerInnen. Statt der 14 Mal jährlich geplanten Mindestsicherung soll nur noch 12 Mal ausbezahlt werden. Die weiteren Details der bMS und Kritikpunkte der BAWO zum Nachlesen in unserem Brief an die Bundesregierung...
Fachtagung 2010 - Was können wir uns leisten?

- Die Fachtagung 2010 im Zeichen der Krise
Am Hafnersee in Kärnten (nahe Velden) findet von 19.-21. Mai 2010 die nächste BAWO Fachtagung statt. Wir sind bereits in den Vorbereitungen und kräftig am Organisieren. Das Hauptthema und Motto der Tagung steht bereits fest und ganz im Zeichen der Krise: Unter dem Titel "Was können wir uns leisten?" wird wieder ein buntes und spannendes Programm rund um dieses Generalthema gestaltet.
Die Krise hat viele Gesichter und Folgen, der Wohnungsmarkt, die soziale Arbeit, die Existenzsicherung der KlientInnen der WLH sind nur einzelne Bereiche die jetzt massiv betroffen sind. Nächstes Jahr wird die Fachtagung EIN Schwerpunktthema haben und zwar die Krise mit alle ihren Facetten auf die und in der WLH, zum Beispiel Recht auf Wohnen, PatientInnen- und KlientInnenrechte, strukturelle Gewalt und Standards...
BAWO Mitglieder sind eingeladen Interessen und Wünsche einzubringen; noch ist Raum für Gestaltung. Vorschläge bis 25. November an fachtagung@bawo.at
Die BAWO ist übersiedelt und freut sich über ein neues Büro in Floridsdorf
Die Wohnungslosigkeit der BAWO hat endlich ein glückliches Ende gefunden! Nach einem Jahr in "unzureichender Wohnversorgung" aufgrund von Schimmelbefall sind wir nun seit 1. November (hoffentlich) dauerhaft sesshaft. In der Gerichtsgasse 3/2/3 im 21. Bezirk bedeutet eine ehemalige Arztpraxis die Basis für unsere Zukunft. Der Standort in der Nähe vom Floridsdorfer Spitz ist verkehrstechnisch gut erreichbar und liegt im Grünen, mit sehr guter Infrastruktur in der Umgebung. Die neue Bleibe wurde vor dem Bezug unter der fachmännischen Koordination von Franz Sedlak grundlegend renoviert. Ein dickes Danke an Franz, für die vielen Wege und Mühen! Dank seiner und der tatkräftigen Unterstützung einzelner Heinzelweibchen und -männchen haben wir innerhalb kürzester Zeit ein freundliches, warmes und helles Büro in schöner Grünruhelage und hoffen, das man die BAWO hier noch viele Jahre hier finden wird.
Housing Rights Watch hat Infos auf der Webseite erweitert
Für die Vernetzungsgruppe zum Recht auf Wohnen, Housing Rights Watch, waren wir in der Zwischenzeit fleißig und haben zahlreiche neue Unterlagen und Informationen zum Thema zusammengetragen. Die aktualisierten Inhalte und erweiterten Daten sind auf der BAWO Webseite abrufbar oder verlinkt. Zu Housing Rights Watch...
Benefizkonzert für die BAWO
Am 29. Oktober fand im Kaisersaal der Wendl & Lung Klaviergalerie ein Benefizkonzert für die BAWO statt. Initiiert hatte dies die Pianistin Sugi Shin, die mit dem Kammermusikabend mit Werken von Brahms, Pilss, Poulenc und Stravinsky Geld für die Wohnungslosenhilfe gewinnen wollte. Die BAWO möchte die eingegangene Spende einer einzelnen wohnungslose Person oder Familie in einer finanziellen Krisensituation widmen. Wir möchten uns hiermit recht herzlich bei Frau Shin sowie den kostenfrei mitwirkenden MusikerInnen bedanken und freuen uns schon auf das Konzert im nächsten Jahr.
Vernetzungstreffen Delogierungsprävention ging über die Bühne
Mitte September 2009 fand in Wien ein österreichweites Vernetzungstreffen der Delogierungsprävention statt. Fast 50 KollegInnen aus 18 Einrichtungen und 8 Bundesländern nahmen daran teil. Inhalt des zweitägigen Treffens war einerseits die Vorstellung eines „Betreuten Kontos“ durch Alexander Maly sowie die Hintergründe und Funktionsweise des „lösungsfokussierten Beratungsansatzes“ durch Marianne Roessler. Auch die einheitliche Statistik, sowie Qualitätsstandards und Vernetzung wurden diskutiert. Zum Vernetzungsprotokoll…
Kärnten: AURORA plus tagte in Klagenfurt
Am 30. September 2009 diskutierten in Klagenfurt ein internationales Fachpublikum bestehend aus über 80 ExpertInnen und Betroffenen zum Thema „Wohnungsnot beenden – heißt Armut bekämpfen“. Die Veranstaltung fand im Rahmen der europäischen Initiative „AURORA plus - Neue Wege aus der Armut“ statt. Große Beachtung fanden dabei die Referate von Volker Busch – Geertsema, dem Leiter des europäischen Observatory on homelessness und Wessel de Vries von Discus Amsterdam zum Thema Housing First. Mehr zur Veranstaltung... Demnächst ist AURORA plus in Graz. Am 26. November werden neue Wege aus der Frauenarmut gesucht. Mehr dazu auf der Aurora Website...
Soziale Hängematte? Emotionale Debatte über die Mindestsicherung in Kärnten
Die geplanten Kürzungen bei der Mindestsicherungen führten in einer Radio Debatte der "Radio-Kärnten-Streitkultur" zu einem teils heftigen politischen Schlagabtausch. Nachdem Kärnten mit der Einführung der Mindestsicherung eine soziale Vorreiterrolle übernommen hatte, wird nun wieder heftig zurück gerudert. Die allgemeine Sparwelle führt zu einer Sozialdebatte im Land. Die Vertreter von BZÖ und ÖVP waren auf gemeinsamer Linie und redeten hauptsächlich von Missbrauch der Mindestsicherung und Arbeitsunwilligkeit. Zum ganzen Artikel ...
Salzburg: Städtische Übergangswohnungen für Frauen mit Kindern
Die Ausgangslage ist immer ähnlich und stets prekär: Eine Beziehung oder Ehe geht in die Brüche und plötzlich sind Frauen gezwungen, unverzüglich die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Die Stadtgemeinde Salzburg knüpft jetzt ein erstes Auffangnetz für Frauen in solchen Notsituationen: In fünf Übergangswohnungen der Stadt sollen sie in Zukunft ihr Leben wieder in geordnete Bahnen lenken können. Mehr...
Salzburg: Diskussion über die Obdachlosen am Kapuzinerberg hält an
Das Salzburger Phänomen, dass akut Wohnungslose Wehrtürme am Salzburger Kapuzinerberg bewohnen, beschäftigt derzeit wieder die Salzburger Bevölkerung. Die Türme sollten sukzessive versperrt und so die "Bergmenschen" zum Absiedeln gezwungen werden. Daraufhin entbrannte eine öffentliche Debatte, es wurden sogar Unterschriften gesammelt. Siehe auch den Bericht auf der BAWO Webseite.
Dem Salzburger Netzwerk "Forum Wohnungslosenhilfe" ist es ein Anliegen zu dieser aktuellen sozialpolitschen Thematik in einem offenen Brief an die Salzburger Medien und Politik Stellung zu beziehen. Zusätzliche Notunterkünfte sind wichtig und sinnvoll. Die Wohnungslosenhilfe meint jedoch, dass die "Bergmenschen" am Salzburger Kapuzinerberg bleiben sollen, soweit sie wollen und es keine anderen geeigneten Angebote gibt, die auf ihre besonderen Bedürfnisse eingehen. Zum ganzen Artikel...
Breaking News aus Tirol - Budgetkürzungen 2010
Aufgrund von politischen Differenzen in der Stadtregierung und eines prognostizierten Einnahmenrückgangs für die Stadt Innsbruck droht nun eine Budgetkürzung für den nächsten Vertragszeitraum ab Jänner 2010 mit den Anbietern der Wohnungslosenhilfe. Ob es zu Vertragsunterzeichungen kommen soll und wird und wie die Bedingungen aussehen könnten, wird im SPAK Tirol demnächst heiß diskutiert werden. Näheres zum Thema...
Tirol: „Bericht“ zum Festakt 10 Jahre Chill Out
Fotos von Politikern umrahmt von strahlenden MitarbeiterInnen,
PDF-Auszüge aus regionaler Medienberichterstattung,
immer erwähnenswert auch die Art der Verköstigung und die große Anzahl der Besucher.
LANGWEILIG! Deshalb ein Auszug aus unser Festschrift zum Jubiläum
Es ist schon richtig, mit dem Chill Out wurde 1999 eine Einrichtung geschaffen, die wohnungslosen Jugendlichen, von den Jugendämtern häufig als „unerreichbar“ beschriebenes Klientel bezeichnet, (endlich) ein niederschwelliges, an die spezifischen Bedürfnisse ausgerichtetes Angebot, unterbreitet. Was die Politik und die Öffentlichkeit aber zwangsläufig vergessen oder verdrängen müssen, ist die Dialektik jeder Art von sozialer Wohlfahrt. Was dort uneingeschränkt als Erfolg und Fortschritt verbucht wird, ist auf der anderen Seite auch Ausdruck des Mangels, der gesellschaftlichen Zerrissenheit und Spaltung: die Schläge auf den Hinterkopf oder der Gang zum Kinderpsychologen, die Misserfolge in der Hauptschule oder die guten Noten vom Gymnasium, die Sommerferien auf dem Balkon oder die Flugreise ans Rote Meer, die Trennlinie zwischen arm und reich......
Die Geschichte des Chill Out beginnt mit der Geschichte des DOWAS vor über 30 Jahren, als kritisch-engagierte Leute eine Alternative zu den bestehenden, normierten Formen der öffentlichen und karitativen Hilfen aufbauten. Was sich damals als ein Projekt mit „Modellcharakter“ im Erwachsenenbereich etablierte, wurde mit dem Chill Out unter der Berücksichtigung der veränderten gesellschaftlichen Bedingungen konsequent weitergeführt. Damals wie heute orientiert man sich an Gegenentwürfen zu moralisierenden, stigmatisierenden und pathologisierenden Zuschreibungen der Adressaten und der Artikulation von destruktiven Zuständen. Sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben war also noch nie das Selbstverständnis des DOWAS Soziale Arbeit zu verstehen. Schon eher lässt sich mit Ernst Blochs Worten: „Der Hintern des Teufels ist die Unruhe, die Langeweile ist der Hintern Gottes“, die tägliche Konfrontation mit dem Elend beschreiben.
Die Festschrift kann unter ibk@dowas.org bestellt werden
Wien: Gefahrenmeldungen in der Wohnungslosenhilfe
Mitte August erhielt die BAWO die Kopie einer Anzeige nach dem Datenschutzgesetz. Diese Anzeige bezieht sich auf die Tatsache, dass Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe im Falle eines tätlichen Angriffs von Klienten per E-Mail die anderen Einrichtungen vor dieser Person warnen. Diese „Gefahrenmeldung“, eingeführt zum MitarbeiterInnenschutz, war schon zuvor immer wieder Anlass zu Diskussionen.
Das BAWO Forum Wien hat auf die Anzeige umgehend reagiert: Der Schutz der MitarbeiterInnen muss gewährleistet sein und darf nicht gegen KlientInnenrechte ausgespielt werden. Zudem müssen die strukturellen Ursachen für Aggression verhindert werden, wird in einer Stellungnahme des BAWO Forum Wien verlautbart.
Auch im BAWO Vorstand wurde das Thema disktuiert und es mündete in eine Stellungnahme der BAWO
20 Jahre Wiener Wohnungslosenhilfe - wie geht es weiter
Anfang Oktober feierte der Fonds Soziales Wien „20 Jahre integrative Wohnungslosenhilfe“. Bei einem großen Festakt wurden die Verdienste der Gemeinde Wien im Bereich der Wohnungslosenhilfe gefeiert. Bereits im Vorfeld hatte sich das Bawo Forum Wien Gedanken gemacht, wie den sowohl guten Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre als auch der derzeitigen Situation, geprägt durch Geldmangel, überquellende Notquartiere, massiv gestiegenen Administrationsaufwand für die Trägervereine und erschwerten Zugang zu Hilfestellungen für Wohnungslose, begegnet werden kann. Eine Stellungnahme, die (wenn auch nur nach wiederholten Interventionen der Bawo) teilweise beim Festakt verlesen werden konnte, wurde gemeinsam erarbeitet. Zur Stellungnahme des BAWO Forum...
Buchtipp

Handbuch Armut in Österreich
Nikolaus Dimmel, Karin Heitzmann, Martin Schenk (Hrsg.), Studien Verlag, 2009
Der 779 starke Band setzt sich eingehend mit dem Thema Armut und Armutsbekämpfung auseinander. Dabei kommen auch die unterschiedlichen Zugänge, Definitionen und der Ursprung von Armut nicht zu kurz. Die Beiträge des Handbuchs geben einen umfassenden und systematischen Überblick über den aktuellen Stand der Armutsforschung in Österreich. Die heutige Gesellschaftsstruktur, die Armutsbedrohung breiter Schichten - auch der des Mittelstandes - ist eines der großen sozialen Probleme unserer Wohlstandsgesellschaft. Für den aktuellen Reader zur Armutsforschung in Österreich hat die BAWO einen Beitrag zum armutspolitischen Stellenwert der Wohnpolitik beigesteuert, der unter dem Titel „Armutsfalle Wohnen“ unter den Grundlagen für Housing Rights Watch auf der BAWO-Homepage als Download zur Verfügung steht. Zur ausführlichen Buchrezension...
Termine
Do, 12. - Fr, 13. November 2009
Peer Review Obdachlosenerhebung
Für verbesserte Planungsgrundlagen in der Wohnungslosenunterstützung
Vorrangiges Ziel dieser Peer Review ist es, herauszufinden, wie Obdachlose am besten definiert werden können, sowie Methoden für ihre Zählung als Grundlage für eine Verbesserung des Hilfeangebots zu erörtern. Veranstalter: MA 24, Stadt Wien; Zur Website...
Mo, 16. November 2009
BAWO Generalversammlung
Beginn: 17 Uhr bei Neustart, Castelligasse 17, 1050 Wien
Mi, 18. November 2009
Unterhalt und Pensionsansprüche: Die T/Lücken im System
Was Frau wissen sollte über den Zusammenhang von Unterhaltsvereinbarungen und Pensionsansprüchen. Rechtliche Information und praktische Tipps zum Thema.
18 Uhr im palaver connected, Griesgasse 8, 8020 Graz




