Ausgabe 04/11


Inhalt
+ Editorial: Wohnungslosenhilfe - Wie sie begann und wo sie steht
+ Ungarn: Diskriminierung von Wohnungslosen in Budapest
+ Deutschland: Pressemitteilung der BAG Wohnungslosenhilfe - Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt
+ Europa: Umfrage der European Union of Homeless
+ Equality in Housing: Abschlussveranstaltung am 13. Dezember in Wien
+ Österreich: Das Recht auf Wohnen, auf Schutz vor Armut und sozialer Ausgrenzung steht nicht auf der Agenda der Sozialpolitik
+ BAWO: Generalversammlung 2011
+ BAWO: 20 Jahre
+ In eigener Sache: BAWO Festschrift "Wohnungslosenhilfe von A bis Z"
+ BAWO-Treffen mit Verband der Wiener Wohnungslosenhilfe
+ BAWO Benefizkonzert 2011
+ Wien: "Echte WienerInnen": Wer ist WienerIn genug um Unterkunft in der Wiener WLH zu finden?
+ Wien: Immer mehr Menschen werden delogiert
+ Salzburg: Ausbeutung durch private PensionszimmerbetreiberInnen
+ Salzburg: Offene Diskussionsveranstaltung „Housing First“
+ Tirol: Stellungnahme des SPAK Tirol zum Endbericht der Winternotschlafstelle 2010/2011
+ Vorarlberg: Erstellung eines landesweiten Konzepts für Siedlungsarbeit
+ Vorarlberg: 30 Jahre dowas in Bregenz
+ Termine
Editorial: Wohnungslosenhilfe - Wie sie begann und wo sie steht

Die Szene der Sozialprojekte erfuhr Ende der 80er-Jahre durch die damalige offensive Politik der Arbeitsmarktverwaltung unter der Ägide von Sozialminister Alfred Dallinger einen beträchtlichen Schub in Richtung Ausweitung und Innovation. Viele der jetzt noch existierenden Einrichtungen des Sozialwesens, insbesondere der gemeinnützigen Vereine, verdanken ihre Geburtsstunde genau dieser Phase der Experimente. Auch ein Großteil der Wohnungslosenhilfe ist damals entstanden. Kein Wunder also, dass sich zur Zeit die 20-Jahr-Feiern häufen.
So reiht sich auch der Festakt der BAWO anlässlich des 20-jährigen Bestehens in diese Galerie ein. Wir konnten dank der Unterstützung durch das Sozialministerium in den kleinen Festsaal des Ministeriumsgebäudes einladen und dort weit über hundert Gäste begrüßen, allesamt aus dem Kreis jener Menschen, die in Österreich zur Entstehung und Entwicklung von Diensten der Wohnungslosenhilfe maßgeblich beigetragen haben.
Rückblicke sind immer auch ein Anlass zum Vorausschauen. Denn aus den Erfahrungen der Vergangenheit sind auch die Lücken und Mängel der Entwicklung erkennbar und die Bilanz der Effektivität läßt erkennen, dass die Wohnungslosenhilfe noch immer mit einer zunehmenden Anzahl von betroffenen Personen und auch mit einer zunehmenden Komplexität der Problemfelder zu kämpfen hat.
Die Methoden und Ansätze der Wohnungslosenhilfe hinken dem Bedarf hinten nach. Daran hat sich kaum etwas geändert, aber durch die österreichweite Vernetzung der Wohnungslosenhilfe in Form des Dachverbands hat sich zumindest eine systematische und an Qualitätsstandards orientierende Herangehensweise an das Phänomen der Wohnungslosigkeit herausgebildet. Phänomen? Das hört sich an als wäre es unvermeidlich, dass sich selbst in einem reichen Land wie Österreich immer noch Menschen vor dem Verlust der Wohnung und somit ihrer Grundlage für die Teilhabe am Erwerbs-, Sozial- und Kulturleben fürchten müssen oder einfach „draußen“ bleiben und ganz im Sinn der biblischen Herbergsuche auf Gnadenakte und Suppenküchen angewiesen sind.
Für die BAWO besonders schmerzlich ist die Erkenntnis, dass in genau diesem Österreich, das Parlament die Ratifizierung der revidierten europäischen Sozialrechts-Charta verabschiedete und dabei die Artikel 30 (Recht auf Sozialschutz) und Artikel 31 (Recht auf Wohnung) als nicht verbindlich bezeichnete. Klammheimlich wurde das abgewickelt, Presse und PolitikerInnen fanden es nicht wert, sich darüber aufzuregen. Wir aber halten das für eine Schande - ehrlich gesagt!
Die Wohnversorgung ist nach wie vor ein höchst problematisches Feld der Existenzvorsorge.
Die Grundversorgung der Menschen mit Wasser, mit Verkehrsinfrastruktur, mit Bildungseinrichtungen, mit Gesundheitseinrichtungen, mit Sozialversicherungsleistungen sind schon lange selbstverständliche öffentliche Aufgaben. Aber die Wohnversorgung hinkt auf mehreren Beinen: sowohl die strukturelle Vorsorge durch ausreichenden, leistbaren und angemessenen Wohnraum ist nicht gegeben, wie auch die Prävention von Wohnungsverlust durch frühzeitige Beratung und Betreuung, und leider mangelt es auch bei der individuellen Vorsorge. Die Folge davon ist, dass es gerade bei einer der größten existenziellen Bedrohungen nur unzureichenden Schutz gibt.
Die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe haben sich vernetzt, um durch den professionellen Austausch die strukturellen Mängel in der Versorgung von wohnungslosen Menschen sichtbar zu machen und sie mit vereinten Forderungen besser in der Öffentlichkeit und gegenüber den politischen EntscheidungsträgerInnen vertreten zu können. Das Netz der Wohnungslosenhilfe muss so engmaschig werden, dass kaum Problemfälle entstehen und wenn doch, sofort eine existenzsichernde Problemlösung zur Hand ist. Es ist noch ein weiter Weg…….
Unseren Mitgliedern, UnterstützerInnen und FreundInnen wünschen wir trotz allem angenehme Weihnachtsfeiertage und ein schönes neues Jahr!
Sepp Ginner, Obmann
Ungarn: Diskriminierung von Wohnungslosen in Budapest
In den vergangenen Wochen gingen in Europa die Wogen hoch. Ungarn hat ein nationales Gesetz erlassen, welches erlaubt Personen in Haft zu nehmen, die innerhalb der letzten sechs Monate zweimal auf der Straße übernachtet haben. Die europäische Plattform gegen Wohnungslosigkeit, Feantsa, hat auf diese staatlich implementierte Diskriminierung Wohnungsloser mit einer Presseerklärung reagiert. Die BAG Wohnungslosenhilfe in Deutschland hat die Protesterklärung ins Deutsche übersetzt. Presseerklärung der Feantsa Protestbrief der Feantsa auf deutsch (Übersetzung v. BAG-W) Zum Bawo Newsbeitrag
Deutschland: Pressemitteilung der BAG Wohnungslosenhilfe - Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt
In Deutschland gibt es - vergleichbar mit der Situation in Österreich - keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung auf gesetzlicher Grundlage. Auch die BAG-W fordert seit Jahren die jeweiligen Bundesregierungen auf, einen entsprechenden Gesetzesentwurf ins Parlament einzubringen. Solange dieser Missstand besteht, ist die BAG-W auf Schätzungen angewiesen, um die Situation der Wohnungslosen in Deutschland bewerten zu können. Zur Zeit sehen diese Schätzungen düster aus. Die Wohnungslosigkeit ist zwischen 2008 und 2010 in dramatischem Ausmaß gestiegen, 2010 waren ca. 248.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung, 2008 waren es noch 227.000. Vor allem alleinstehende Menschen sind zunehmend von Wohnungslosigkeit betroffen. Zur Pressemitteilung weitere Informationen auf der BAG-W Homepage
Europa: Umfrage der European Union of Homeless
Die European Union of Homeless, eine europäische Vereinigung von Obdachlosen, lädt alle ehemalig und aktuell wohnungslosen Menschen zur Teilnahme an der Umfrage "Ohne Wohnung 11-12" ein. Umfragezeitraum sind die Wintermonate 2011-2012. Gesammelt werden Aussagen von aktuell und ehemals wohnungslosen Menschen in den verschiedenen Ländern der EU, "Familien, die aus ihrer Wohnung vertrieben wurden, junge Menschen, die die Heimat verlassen haben, ältere, geschiedene Leute, Menschen, die aus der Jugendhilfe, dem Krankenhaus oder Gefängnis kommen, Menschen ohne gültige Papiere, Menschen, die zeitweilig bei ihrer Familie oder Freunden untergekommen sind, Menschen in Notunterkünften, in Übernachtungsstellen, Menschen, die nicht wissen, wo sie die nächste Nacht verbringen werden" (EUH Homepage).
Ziel der Befragung ist es, reale Daten von/über wohnungslose/n Personen zu gewinnen und damit eine realistische Basis für die politische Entscheidungsfindung auf EU-Ebene. Die Teilnahme an der Umfrage ist hier möglich.
Equality in Housing: Abschlussveranstaltung am 13. Dezember in Wien
Am Dienstag, den 13. Dezember findet die Abschlussveranstaltung des EU-Projekts „Equality in Housing - Gleichbehandlung am Wohnungsmarkt” in Wien statt. ExpertInnen berichten über die Ergebnisse einer Rechtsexpertise und einer sozialwissenschaftlichen Studie und stellen Good Practice Beispiele der „Gleichbehandlung am Wohnungsmarkt“ vor.
Aufgrund des großen Andrangs zur Veranstaltung musste die Anmeldung bereits geschlossen werden. Zum BAWO Newsbeitrag
Österreich: Das Recht auf Wohnen, auf Schutz vor Armut und sozialer Ausgrenzung steht nicht auf der Agenda der Sozialpolitik
Spät aber immerhin hat Österreich heuer die revidierte Europäische Sozialcharta aus dem Jahr 1996 ratifiziert (Unterzeichnung 1999, Beschlussfassung der Ratifizierung im Nationalrat im März 2011, Zustimmung im Bundesrat im April 2011). Mit der formellen Unterzeichnung durch Bundespräsident Heinz Fischer im Sommer 2011 ist dieses sozial- und rechtspolitisch wichtige Dokument nun auch in Österreich in Kraft.
Aus der Sicht der Wohnungslosenhilfe (WLH) ist jedoch einschränkend festzuhalten, dass wesentliche Teilbestimmungen wie das Recht auf Schutz vor Armut und sozialer Ausgrenzung (§30) sowie das Recht auf Wohnen (§31) ausgenommen sind. Zur BAWO Presseaussendung
BAWO: Generalversammlung 2011
Im Rahmen der am 10. November abgehaltenen BAWO Generalversammlung wurde nicht nur der BAWO Vorstand neu gewählt. Inhaltliches Diskussionsthema war die Europastrategie 2020, in welche die BAWO das Thema Wohnungslosigkeit mit einem Forderungskatalog eingebracht hat.
Ergänzt wurde dieser Forderungskatalog mit dem Vorschlag in die Europastrategie 2020 auch das Kriterium der "sozialen Nachhaltigkeit" aufzunehmen.
BAWO: 20 Jahre
Obwohl das bereits 20-jährige Bestehen der BAWO als Dachverband der österreichischen Wohnungslosenhilfe nachdenklich macht über das Funktionieren des sozialen Systems eines vergleichsweise wohlhabenden Staates wie Österreich, wurden die ersten 20 Jahre der BAWO doch gefeiert. Hier einige visuelle Eindrücke der Feierlichkeiten am 11. November im BMASK. Der Newsbeitrag bietet einen Link zu weiteren fotografischen Impressionen.
In eigener Sache: BAWO Festschrift "Wohnungslosenhilfe von A bis Z"
Zum Zwanzig-Jahre-Jubiläum hat der Bundesdachverband Wohnungslosenhilfe (BAWO) ExpertInnen aus Wissenschaft und Sozialarbeit, PraktikerInnen und Betroffene eingeladen, Beiträge zu Schlüsselthemen aus dem Kontext Armut und Wohnungslosigkeit, Sozialpolitik und Wohnungslosenhilfe zu verfassen. Aus dieser Initiative ist nun ein Sammelband (alphabetisch geordnet von A wie Armut bis Z wie Zielgruppen) entstanden, der Einblick in die Problemlage Wohnungslosigkeit sowie in die zentralen Aufgabenstellungen und Perspektiven der sozialen Arbeit für die Zielgruppe wohnungsloser bzw. von Wohnungsnot betroffener Menschen gewährt.
Im Mittelpunkt der versammelten Aufsätze steht die Auseinandersetzung mit Bedarfslagen und strukturellen Voraussetzungen für die Vermeidung, Bewältigung und Beendigung von Wohnungslosigkeit sowie mit Rahmenbedingungen für eine konstruktive Überwindung von Schnitt- und Bruchstellen zu den für die Überwindung von Wohnungslosigkeit relevanten Handlungsfeldern der medizinischen / psychosozialen Versorgung und der Existenzsicherung. Inhaltsbeschreibung
Bestellmöglichkeit: Bestellungen an office@bawo.at. Der Unkostenbeitrag beträgt 10 Euro für BAWO Mitglieder bzw. 13 Euro für Nichtmitglieder. Ab einem Gesamtwert von 50 Euro entfallen die Portokosten.
BAWO: Treffen mit Verband der Wiener Wohnungslosenhilfe
VertreterInnen des Verbands Wiener Wohnungslosenhilfe, einer 2008 gegründeten Interessensvertretung der privaten und vom Fonds Soziales Wien anerkannten Wohnungslosenhilfeträger, und der BAWO trafen sich Anfang Dezember zu einer Gesprächsrunde über zukünftige Möglichkeiten der Vernetzung und Kooperation im Bereich der Wiener Wohnungslosenhilfe.
BAWO Benefizkonzert 2011
Beim diesjährigen BAWO Benefizkonzert in Wien erfreuten Sugi Shin (Klavier), Georg Hamann (Viola), Wolfgang Kornberger (Klarinette) sowie die GastmusikerInnen Huiyeon Jeong, Seong-Min Park die ZuhörerInnen mit klassischen Werken von Max Bruch, Giacchino Rossini und Richard Lane.
Wir danken der Organisatorin Sugi Shin wieder ganz herzlich für die Organisation des wunderbaren Abends!
"Echte WienerInnen": Wer ist WienerIn genug um Unterkunft in der Wiener WLH zu finden?
In den vergangenen Monaten kommt es in der Wiener Wohnungslosenhilfe (WLH) immer wieder zu Verweigerung der Unterbringung von Menschen ohne nachweisliche Vormeldung in Wien. Unter dem Motto "Wer in Wien nicht gewohnt hat, kann in Wien auch nicht wohnungslos werden" werden Menschen, die sich in Wien aufhalten und die Hilfe der WLH in Anspruch nehmen (wollen) an die Hilfesysteme in den anderen Bundesländern verwiesen.
Vor Einführung der BMS galten die klaren Anspruchsvoraussetzungen für den Erhalt von Sozialhilfe auch für die Unterbringung in der WLH. Zum Bericht
Wien: Immer mehr Menschen werden delogiert
Wie der Online-Standard in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, ist in Wien eine zunehmende Anzahl von Menschen mit drohender Delogierung konfrontiert. Im Vergleich zum Jahr 2010 wird eine Steigerung der Fälle die mit einer Delogierungs-Erlaubnis enden um 3 Prozent erwartet. Analog steigt auch die Zahl der tatsächlichen Räumungsexekutionen an. Zum Artikel auf www.standard.at
Salzburg: Ausbeutung durch private PensionszimmerbetreiberInnen
Die Problematik in Salzburg, dass zahlreiche KlientInnen in Salzburg als Wohnnotlösung auf Zimmer privater Pensionszimmerbetreiber zurückgreifen müssen, die zum Teil abseits jeglicher Qualitätskriterien liegen und zudem noch völlig überteuert sind, ist hinlänglich bekannt und das Forum Wohnungslosenhilfe kritisiert diese menschenunwürdige Praxis seit Jahren.
Selbst mit Notlagen lassen sich auf diese Weise lukrative Geschäfte machen. Zum Newsbeitrag Artikel im Bezirksblatt Salzburg Online
Salzburg: Offene Diskussionsveranstaltung „Housing First“
Das Forum Wohnungslosenhilfe Salzburg veranstaltet am Montag, den 12. Dezember 2011 eine offene Diskussionsrunde zum Thema Housing First. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Der Themeneinstieg erfolgt mittels eines Praxisberichts über die Umsetzung von Housing First in Boston/USA, darauf folgt ein Referat über den Umsetzungsprozess in Wien, abschließend geht es um Housing First in Salzburg - ein Projekt der Vinziwerke. Zur anschließenden Diskussionsrunde wurden AkteurInnen aus Politik und Verwaltung eingeladen. Anmeldung bis 7. Dezember an bahnhofsozialdienst@caritas-salzburg.at. Programm
Tirol: Stellungnahme des SPAK Tirol zum Endbericht der Winternotschlafstelle 2010/2011
Der Sozialpolitische Arbeitskreis Tirol (SPAK Tirol) kämpft seit Jahren für eine qualitätsvolle, bedürfnisgerechte und den notwendigen Mindeststandards der Wohnungslosenhilfe entsprechende Unterbringung und Betreuung von wohnungslosen Menschen in den Wintermonaten. Das Erscheinen des Endberichts der, vom Österr. Roten Kreuz betriebenen Winternotschlafstelle 2010/2011, ist nun Anlass für den SPAK, einem freien Zusammenschluss von Einrichtungen, die im Bereich Soziales und Gesundheit in Tirol bzw. Innsbruck tätig sind, Stellung zu nehmen und harsche Kritik am Umgang der Verantwortlichen mit wohnungslosen Personen zu üben. Offener Brief des SPAK Tirol
Vorarlberg: Erstellung eines landesweiten Konzepts für Siedlungsarbeit
Es gibt vielfältigste Faktoren, die auf die Menschen in einer Siedlung und auf deren Zusammenleben wirken. Der Ort, die Architektur, die Nahversorgung, die Bauphysik, die Wohnungsvergabe, die soziale Durchmischung, der Wohnbauträger, die Gemeinde und vieles mehr. Ein großer Faktor sind natürlich die Menschen die dort leben und welche dieser Faktoren ihres Zusammenlebens wir beeinflussen. In jedem Fall treffen unterschiedliche Bedürfnisse von unterschiedlichen Menschen, familiären Systemen und Haushaltstypen aufeinander. Alle wünschen sich ein gutes Miteinander. Niemand hat gelernt, was zu tun ist, damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dies gelingt. Zum ganzen Artikel
Vorarlberg: 30 Jahre dowas in Bregenz

dowas – der Ort für Wohnungs- und Arbeitssuchende in Bregenz beging im September diesen Jahres sein 30-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung und anschließender Fachtagung mit dem Titel "Soziale Arbeit braucht soziale Politik". Der Verein geht auf eine Initiative von MitarbeiterInnen eines Bregenzer Jugendzentrums im Jahr 1981 zurück, die mit einer Gruppe wohnungsloser Jugendlicher konfrontiert waren. Gegen anfangs erhebliche Widerstände gelang es mit Hilfe von Bregenzer BürgerInnen und anderen Sozialinstitutionen (u.a. dem dowas Innsbruck) Unterkunft und Unterstützung für diese Jugendlichen zu organisieren. Im Jahr 1982 ging aus dieser Initiative der Verein dowas hervor, der sein Aufgabenfeld über diese Jugendlichen hinaus allgemein in der Hilfe für wohnungs- und arbeitssuchende Menschen sah. Zum Newsbeitrag
Termine
international
Fr, 25. November bis Sa, 10. Dezember 2011, Österreich
16 Tage gegen Gewalt
Am 25. November startet die diesjährige Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. Im Kampagnenzeitraum zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Internationalen Tag für Menschenrechte finden weltweit Aktionen statt. Auch österreichische Initiativen beteiligen sich mit Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Ausstellungen, Ringvorlesungen etc., um Zeichen zu setzen für ein gewaltfreies, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben aller Frauen und Mädchen. Nähere Informationen und Veranstaltungstermine (die laufend aktualisiert werden), finden Sie hier (Homepage Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser).
Orte: verschiedene
Mo, 14. - Mi, 16. Mai 2012, St. Pölten
Vorankündigung BAWO Fachtagung: Aus Schnittstellen Nahtstellen machen. Netzwerkarbeit in der Wohnungslosenhilfe
Die Fachtagung des Jahres 2012 wird im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten statt finden. An den Programmdetails wird bereits emsig gearbeitet.
Salzburg
Mo, 12. Dezember 2011, 9 bis 13 Uhr
Offene Diskussionsveranstaltung „Housing First“
Das Forum Wohnungslosenhilfe Salzburg veranstaltet eine offene Diskussionsrunde zum Thema Housing First, wozu alle Interessierten recht herzlich eingeladen sind. Die Vorträge reichen von einer Präsentation aus Boston, über den Umsetzungsprozess in Wien bis hin zum geplanten Vorhaben der Vinziwerke in Salzburg. Eingeladen wurden auch AkteurInnen aus Politik und Verwaltung. Für eine spannende Veranstaltung ist also gesorgt. Anmeldung bitte bis 7. Dezember an bahnhofsozialdienst@caritas-salzburg.at . Programm
Ort: Caritas, Plainstraße 83, 5020 Salzburg
Wien
Mi, 30. November bis Sa, 10. Dezember 2011
Internationales Filmfestival der Menschenrechte "this human world"
Am Mittwoch, 30.11. wird das Internationale Filmfestival der Menschenrechte mit dem Dokumentarfilm "Bombay Beach" eröffnet. In fünf Wiener Kinos werden an den elf Festivaltagen die Menschenrechte in den Mittelpunkt gestellt, mit über 80 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen sowie Publikumsdiskussionen und Vorträgen.
Zum Programm
Ort: Gartenbau Kino, Schikaneder, Top Kino, Filmhauskino und Stadtkino in Wien
Mo, 12. Dezember 2011, 14 - 16.30 Uhr
BAWO Forum
Ort: Neustart, Castelligasse 17, 1050 Wien
Mo, 12. Dezember 2011, 9 bis 12 Uhr
BAWO Frauenarbeitskreis
Ort: Haus Miriam, Schopenhauerstraße 10, 1180 Wien
Di, 13. Dezember 2011, 9 Uhr bis ca. 13:30 Uhr
„EQUALITY IN HOUSING“ - Gleichbehandlung am Wohnungsmarkt”
Die Vergabe öffentlichen Wohnraums ist an sozialen Kriterien orientiert. Wenn Sprachkenntnisse oder Staatsbürgerschaft verlangt werden, kann das aber in Konflikt mit Gleichbehandlungsvorschriften geraten. Der Good Practice Workshop „Gleichbehandlung am Wohnungsmarkt“ versucht Fragen rund um die Vergabe öffentlichen Wohnraums an MigrantInnen zu beantworten: Sind Deutschtests bei der Wohnungsvergabe erlaubt? Ist die Benachteiligung von MigrantInnen rechtlich möglich, wenn dadurch eine bessere „Durchmischung“ erzielt werden kann? Und welche Begleitmaßnahmen können die Vergabe unterstützen? ExpertInnen berichten über die Ergebnisse einer Rechtsexpertise und einer sozialwissenschaftlichen Studie und stellen Good Practice Beispiele der „Gleichbehandlung am Wohnungsmarkt“ vor. Die Veranstaltung stellt gleichzeitig die Abschlussveranstaltung des EU Projektes „Equality in Housing“ dar. Die Veranstaltung richtet sich an MitarbeiterInnen und politisch Verantwortliche, die mit der Wohnungsvergabe und Wohnberatung befasst sind, VertreterInnen von Gemeinnützigen Wohnbauträgern und VertreterInnen von Interessensvertretungen und NGOs. Veranstalter sind Wohnservice Wien, Volkshilfe Österreich, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und Klagsverband.
Aufgrund des großen Andrangs zur Veranstaltung musste die Anmeldung bereits geschlossen werden. Nähere Informationen und Kontakt: Christian Perl, E-Mail: christian.perl@volkshilfe.at. Homepage: www.volkshilfe.at Veranstaltungsprogramm
Mi, 14. Dezember 2011, 17 Uhr
"Wie bleibt der Rand am Rand. Buchpräsentation mit Gewitter" Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion
Das Buch "Wie bleibt der Rand am Rand. Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion" beschäftigt sich mit dem weltweiten System des gesellschaftlichen Ausschlusses.
Dieses "wäre nicht stabil, wenn es nicht ständig einen ausreichend breiten sozialen Rand reproduzierte. Eine soziale Schicht nämlich, deren Integration - entgegen jeder politischen Rhetorik - nicht vorgesehen ist". Autor Robert Sommer, Mitbegründer und Blattmacher der Wiener Straßenzeitung Augustin, "sammelte" die Techniken des Ausschlusses und der Stigmatisierung. Im Anschluss an die Buchpräsentation finden Lesung und Diskussion statt. Auf dem Podium diskutieren und lesen der Autor Robert Sommer, Arno Pilgram vom Institut für Kriminalsoziologie, sowie die Schauspielerin Maren Rahman. Musikalisch unterstützt wird der Abend vom Augustin Stimmgewitter. Weitere Informationen hier und Anmeldung unter veranstaltung@oegbverlag.at.
Ort: Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags, Rathausstraße 21, 1010 Wien
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