LeiharbeiterInnen: 65% der Frauen und 40% der Männer an der Armutsgrenze

Eine Studie über LeiharbeiterInnen, die angeblich vom Auftraggeber Wirtschaftsministerium unter Verschluss gehalten wurde, gibt Auskunft über die prekäre Lage dieser Gruppe von ArbeitnehmerInnen. Nach der Untersuchung leben 65 Prozent der zeitarbeitenden Frauen und 40 Prozent der Männer an der Armutsgrenze. Das Einkommen beträgt der Studie der L&R Sozialforschung zufolge oft weniger als 800 Euro, nur ein Drittel der Leiharbeitenden kann von der Arbeit gut leben. Leiharbeiter werden vor allem als Billigarbeiter gesehen, die in Krisenzeiten als erste abgebaut werden.

Für den steirischen AK-Vizepräsidenten Franz Gosch ist "auffallend", dass die Studie bereits seit 2007 fertiggestellt sei und vom Auftraggeber, dem Wirtschaftsministerium, unter Verschluss gehalten werde. Die Ergebnisse seien offenbar so brisant, dass sie nicht veröffentlicht werden durften. Das Ministerium widerspricht: Die Sozialpartner seien immer eingebunden gewesen, es habe einen Zwischenbericht gegeben, jetzt erfolge noch eine abschließende Besprechung.

In der Steiermark hat bereits die Hälfte der Leasingarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Für immer mehr Menschen bedeutet die Arbeitslosigkeit den sozialen Absturz. So berichtet die Obdachloseneinrichtung B 37 in Linz von immer mehr Leiharbeitern, die mit der Arbeit auch die Wohnung verlieren und nun buchstäblich auf der Straße stehen.

Quellen: Der Standard, Rundbrief Werkstatt