Offener Brief zur Vertreibung von Obdachlosen aus dem Wiener Stadtpark

Obdachlosigkeit ist die schärfste Form der Armut und kein mutwilliger Verstoß gegen Kampierverordnungen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) als österreichweite Dachorganisation der Wohnungslosenhilfe-Einrichtungen findet die überfallsartige  Vertreibung von obdachlosen Menschen aus dem Stadtpark am 15. Oktober 2013 als eine inakzeptable und menschenunwürdige Vorgangsweise und ruft zu einem menschenwürdigen Umgang mit armen Menschen auf.

Die Verfolgung von mittellosen Menschen durch Vertreibungen, Strafverfügungen oder gar Ersatzfreiheitsstrafen für einen Tatbestand, der nur in ihrer Armut begründet ist, ist eine entwürdigende Misshandlung und Überreaktion in die vollkommen falsche Richtung. Die Kampierverordnung soll das freiwillige und bezahlte Kampieren in Wien regeln und nicht als Ausrede dafür missbraucht werden, dass auf eine fatale Weise Armut aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt und somit verschwiegen wird.

Wien hat in vielen Bereichen der Wohnungslosenhilfe eine Vorbildwirkung, die Stadt hat eine große Anzahl von Wohneinrichtungen für obdachlose Menschen und wird auch in diesem Winter wieder zusätzliche Notquartiere zur Verfügung stellen. Wozu dann diese Torschlusspanik im Stadtpark?    Zur gesamten Stellungnahme