Über 70 Menschen starben bei Kältewelle in Indien, auch in Polen gibt es erste Todesfälle

Mehr als 70 Menschen sind in den vergangenen Tagen bei einer Kältewelle in Nordindien ums Leben gekommen. Vor allem Obdachlose sind der Kälte schutzlos ausgeliefert: Nach Medienberichten vom Sonntag starben in den vergangenen Tagen allein im Bundesstaat Uttar Pradesh mindestens 50 Menschen. Im benachbarten Bihar verloren 22 Menschen ihr Leben. Die meisten von ihnen starben in Krankenhäusern an Unterkühlung. Auch in Polen gab es erste Todesopfer.

Die Temperaturen in Nordindien sind den Berichten zufolge auf bis zu 3,6 Grad abgesunken. Die Obdachlosen hätten versucht, sich an Feuern zu wärmen oder mit Plastikplanen und Jutesäcken vor der Kälte zu schützen. Nach Angaben von Meteorologen soll die Kälte in den kommenden Tagen anhalten.

Auch in Polen hat die Kältewelle mit Temperaturen bis minus 14 Grad die ersten Todesopfer gefordert. Im Wintersportort Zakopane sei in der Nacht auf Samstag eine 78-jährige Frau gestorben, berichtete der Fernsehsender TVP Info. Laut Polizei war sie in ihrem unbeheizten Haus erfroren, wo nachts die Temperatur unter Null Grad fiel. Die Frau habe vorher jede staatliche Hilfe abgelehnt, hieß es. Ein 50-jähriger Obdachloser erfror in einem Schrebergarten in Südostpolen.

Jedes Jahr sterben im Winter in Polen Dutzende Menschen. Die meisten Opfer sind Obdachlose, die nach Alkoholkonsum unter freiem Himmel einschlafen und nicht mehr aufwachen. Vielerorts gibt es in der Winterzeit Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose. Die städtischen Ordnungsdienste sammeln die schlafenden Menschen von der Straße und bringen sie in die Unterkünfte.

Auch in Deutschland wurde aufgrund der einbrechenden Kältewelle, bei der die Temperaturen teils um 20°C abfielen, spezielle Vorsorge getroffen. Die Notunterkünfte haben aufgerüstet, in Nordrhein-Westfalen meiden jedoch trotz der extremen Kälte viele Obdachlose die Notunterkünfte und Wohnheime für Wohnungslose. Im Ruhrgebiet seien die Unterkünfte teils nur zur Hälfte ausgelastet, sagte Christoph Grätz von der Caritas Essen am Dienstag auf ein Anfrage hin. Oftmals werde aber auch gegenüber Sozialarbeitern nicht über die versteckten Schlafstätten gesprochen, da die Wohnungslosen Angst hätten, dort bestohlen zu werden.

Quellen: APA
www.spiegel.de
www.ad-hoc-news.de