Zuzug aus Bundesland nach Wien - Ländergrenzen sind rigider als Schengengrenzen!

In den vergangenen Monaten erreichten die BAWO immer wieder Berichte über wohnungslose Menschen, die aus Bundesländern nach Wien zugezogen sind - in der Mehrzahl aus Niederösterreich - und denen in Folge in Wien die Aufnahme in die Wohnungslosenhilfe verweigert wurde. Begründet wird diese Praxis damit, dass diese Personen ihren letzten Wohnsitz nicht in Wien, sondern in einem anderen Bundesland hatten und daher um Unterbringung in der Wohnungslosenhilfe des ursprünglichen Bundeslandes ansuchen müssten. Da die überwiegende Anzahl der Betroffenen ihren Lebensmittelpunkt bereits nach Wien verlegt hat, ist dies aber meist nicht möglich. Anträge der Wohnungslosen werden von den Erstanlaufstellen - nicht auf dem Bescheidweg und daher nicht anfechtbar - abgelehnt bzw. aufgrund von "Aussichtslosigkeit" gar nicht erst angenommen.
Die BAWO hat die zuständige Wr. Stadträtin Sonja Wehsely sowie die niederösterr. Landesrätin Karin Scheele aufgefordert eine Stellungnahme zur Problematik abzugeben und den ungeregelten Zustand zu beheben.   BAWO Offener Brief - Zuzug Bundesland

In Anlehnung an das Schreiben der BAWO weist auch der Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO in einer Petition besonders auf die Auswirkung der „Bundesländerregelung zur Unterbringung in der WWH“ auf die davon betroffenen Frauen hin. Viele Frauen, die ihrer Wohnungslosigkeit zu entkommen versuchen, begeben sich dabei in psychische und finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse mit Männern, häufig verbunden mit psychischer und/oder physischer Gewalterfahrung. Sie leben somit in  „verdeckter Wohnungslosigkeit“. Der Wiener Frauenarbeitskreis der BAWO fordert, dass Frauen, die sich an die WWH wenden und ihren Lebensmittelpunkt in Wien haben, die notwendige Unterstützung und auch Unterbringungen erhalten, da sie ansonsten nicht nur in ebensolche prekären Abhängigkeitsverhältnisse gedrängt, sondern auch darin gehalten werden.  Zur Petition des BAWO Frauenarbeitskreis